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Notwendig wie immer: Virenscanner

Die Bundespolizei vergleicht: AVAST ist kostenlos und brauchbar:

Virenscanner im Vergleich - Test der besten Antivirenprogramme 2017

Virenscanner Test Es gibt inzwischen zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Virenscanner auf dem Computer-Markt. Wir testen regelmäßig die besten Virenscanner und stellen die Testergebnisse hier - unter anderem in Form einer Virenscanner Rangliste - online. Wir sind bestrebt, die Virenscanner möglichst objektiv zu bewerten. Die Platzierungen setzen sich zusammen aus eigenen Antivirus Tests und aus den Virenschutz-Testergebnissen von AV-Software.com.

Im letzten Virenscanner Test schwankte die Schutzwirkung der Antivirenprogramme zwischen 67 und 99.9 Prozent. Einen 100-Prozentigen Virenschutz gibt es nicht. Und wird es auch nie geben! Kein Betriebssystem und kein Antivirenprogramm kann Ihnen den “totalen” Schutz bieten. Selbst der Virenscanner, der im Virenscanner Test mit einer Erkennungsrate von 99.9 Prozent glänzte, kann Schädlinge übersehen. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Virenscanner mit einer durchschnittlichen Erkennungsrate von 99.9 Prozent weit geringer, als bei einem Antivirenprogramm mit einer durchschnittlichen Erkennungsrate von nur 67 Prozent.

Gute Antiviren-Software (> 95% Schutz) gibt es bereits ab 50 Euro, bei einer Updatenutzung von einem Jahr nach der Installation. Ein angemessener Preis dafür, dass der Computer in Echtzeit geschützt wird. Kostenlose Virenscanner sind ein vertretbarer Kompromiss, bieten jedoch deutlich weniger Schutz. Computerschädlinge haben sich in den vergangenen Jahren radikal geändert. Besonders die Verbreitung von Erpressungstrojanern (sogenannte Ransomware) hat stark zugenommen. Kostenlose Programme bieten leider kaum Schutz vor dieser Art von Schädlingen. Sie unterscheiden sich sowohl in der Ausstattung als auch in der Virenerkennung.

Virenscanner Test - Rangliste der besten Virenscanner 2017

Diese Virenscanner Rangliste soll Ihnen einen schnellen Überblick über die Schutzleistung und Bedienbarkeit der bekanntesten Antivirenprogramme verschaffen. In den beiden Bewertungs-Disziplinen Schutz und Software können die Virenscanner maximal 10,0 Punkte erreichen. Die Schutz-Werte beziehen wir vom Viren-Testlabor AV-Software.com. Weitere Informationen zu den Testergebnissen und zum Testablauf finden Sie weiter unten.

Letztes Update: 18. Oktober 2017

Platz Virenscanner Schutz Software Gesamt Sortieren Preis
1
Bitdefender Internet Security 2018 10,0 9,5 19,5 59,99 Euro*
*Die 5-Jahres-Lizenz gibt es bereits für einmalig 89,99 Euro (nur 17,99 Euro/Jahr).
2
Kaspersky Internet Security 2018 9,5 9,0 18,5 59,95 Euro
3
ESET Internet Security 8,5 9,0 17,5 34,95 Euro
4
Norton Security Deluxe 9,0 8,0 17,0 79,99 Euro
5
F-Secure Internet Security 8,5 8,0 16,5 49,90 Euro
6
Avira Internet Security Suite 8,5 7,5 16,0 39,95 Euro
7
G Data Internet Security 2018 8,0 7,5 15,5 39,95 Euro
8
Emsisoft Anti-Malware 7,5 6,0 13,5 39,95 Euro
9
Avast Free Antivirus 7,5 5,5 13,0
Kostenlos
Der Virenscanner landet als bester Gratis-Virenscanner auf Platz 9. Ein guter “Grundschutz” - die Top 3 Virenscanner bieten jedoch einen deutlich besseren Schutz!
9
McAfee Total Protection 7,0 6,0 13,0 59,95 Euro
11
Avira Free Antivirus 7,5 5,0 12,5
Kostenlos
11
AVG Internet Security 7,5 5,0 12,5 54,99 Euro
13
AVG Anti-Virus Free 7,5 4,0 11,5
Kostenlos
14
Ad-Aware Pro Security 6,5 4,5 11,0 36,00 Euro
15
Microsoft Windows Defender 6,5 4,0 10,5
Kostenlos
Der Microsoft Windows Defender ist für viele die erste Verteidigungslinie gegen Schädlinge. Leider erkennt das Programm nur sehr wenige Schädlinge.

Schutzwirkung der Antivirenprogramme

Wenn Sie die wichtigste Eigenschaft Ihres Antiviren-Programms nennen sollten, welche würden Sie nennen? Die meisten Menschen (zumindest Laien) würden eine leicht zu bedienende Benutzeroberfläche an erster Stelle wählen. Eine tolle Benutzeroberfläche ist jedoch nutzlos, wenn der Virenscanner kaum Schädlinge erkennt. Am wichtigsten ist die Schutzwirkung! Virenprogrammierer kennen die Vorgehensweise der verschiedenen Virenscanner bis ins Detail. Sie versuchen immer wieder, ihre Viren so anzupassen, dass sie nicht erkannt werden.

Die meisten Menschen setzen sich überhaupt nicht mit „Antivirenprogramm Tests“ auseinander und installieren einfach irgendein Antivirenprogramm. Ein Virenscanner mit einer Malware-Erkennungsrate unterhalb der 90 Prozent bietet jedoch keinen zuverlässigen Schutz vor aktuellen Viren (Malware). Lediglich einen “Grundschutz”.

95% = Top Schutz, | Grafik

Die Virenschutz-Werte stammen vom Testlabor AV-Software.com und stellen eine Momentaufnahme dar. Die Werte können jederzeit variieren!

Ausstattung der Antiviren-Pakete

Auch wenn sich die vorgestellten Softwarelösungen in vielen zentralen Punkten gleichen, so unterscheiden sie sich nicht nur anhand des Preises, sondern auch im Hinblick auf ihren Funktionsumfang. Aktuelle Antivirus-Programme bieten eine breite Palette an Funktionen, wobei manche Antivirenprogramme in bestimmten Bereichen mehr glänzen als in anderen. Über den Sinn einiger Schutzfunktionen lässt sich streiten.

Der bei vielen Sicherheitssuiten mitgelieferte E-Mail Werbefilter zum Beispiel ist nur bedingt hilfreich. Diese produzieren - bei einigen Antivirenprogrammen - viele „false positives“ (Falschmeldungen), weshalb kleine Mengen von Spam besser von Hand gelöscht werden.

Nachfolgend die wichtigsten Funktionen:

Lavasoft Logo Avast Logo AVG Logo AVG Logo Avira Logo Avira Logo Bitdefender Logo Emsisoft Logo Eset Logo F-Secure Logo G-Data Logo Kaspersky Logo McAfee Logo Microsoft Logo Norton Logo
Ad-Aware Avast Free AVG AVG Free Avira Avira Free Bitdefender Emsisoft Eset F-Secure G-Data Kaspersky McAfee Microsoft Norton
Firewall
Schutz vor Phishing
Schutz vor E-Mails
Kinderschutz
Rettungs-CD
Sichere-Bezahlung
Update-Manager
Bewertung (Punkte) 5 Pkt. 2 Pkt. 4 Pkt. 2 Pkt. 3 Pkt. 1 Pkt. 7 Pkt. 2 Pkt. 6 Pkt. 4 Pkt. 5 Pkt. 7 Pkt. 5 Pkt. 3 Pkt. 5 Pkt.
Tabelle als Grafik anzeigen

Fokus auf die Erkennung und Beseitigung von neuen Viren

Wenn der interessierte Computernutzer den aktuellen Tests über Antivirenprogramme Glauben schenken darf, ist die Erkennungsrate ganz besonders wichtig. In der Tat sollte ein gutes Antivirenprogramm in diesem Test nicht versagen, bestehen muss es aber auch in der Praxis. Zahlreiche Virenscanner, die vor Schadsoftware schützen sollen, erhalten in den "üblichen Testverfahren" regelmäßig Top Noten, weil sie einen großen Teil der Schädlinge erkennen. Meist wird zur Messung der Erkennungsrate der Virenscanner mit einer älteren Virensammlung konfrontiert, die er möglichst perfekt erkennen soll. Die meisten Virenscanner erkennen über 90 Prozent aller älteren Schädlinge - aber möchten Sie Ihre Mail-Anhänge immer erst nach ein paar Wochen öffnen?

Wenn man die Erkennungsrate unter wirklichkeitsnahen Bedingungen testet (neue Viren), sinkt die Erkennungsrate enorm. Aufgrund der Tatsache, dass die letzten Virenepidemien ausschließlich von Viren hervorgerufen wurden, die sich über das Internet verbreiten, hat sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit erheblich gesteigert. Dadurch dass die meisten "alten" Viren von aktuellen Scannern gefiltert werden, verbreiten sich auf breiter Ebene nur relativ neue Viren, die eben noch nicht entdeckt wurden. In unserem Virenscanner Ranking legen wir den Fokus gezielt auf die Erkennung und Beseitigung von neuen Viren (0-Day Malware). Wertung durch uns, Messwerte vom englischsprachigen Testlabor AV-Software.com.

Bester Virenscanner: Bitdefender Internet Security 2018

Bitdefender ist der beste Virenscanner in unserem TestWenn Sie auf der Suche nach dem derzeit besten Antivirenprogramm sind, sollten Sie sich für die Bitdefender Internet Security Multi Device entscheiden (Schutz für Windows, Mac OS, iOS & Android). Heim-Anwender und Firmen finden mit diesem Programm den besten Schutz. Seit 3 Jahren dominiert Bitdefender fast jeden Virenscanner Test in Zeitschriften und Online Medien. In zahlreichen Virenscanner Tests bot Bitdefender in den vergangenen 12 Monaten - mit Abstand - den besten Virenschutz.

Es entfernt Viren automatisch, wehrt Hacker-Angriffe ab, schützt persönlichen Daten, stoppt unerwünschte Werbe-E-Mails und verbessert die Online-Produktivität. Selbst des sensiblen Themas WLAN nimmt sich die Sicherheitssoftware an. Sie überwacht das kabellose Netzwerk und sperrt unerwünschte Besucher aus. Sie müssen nichts konfigurieren. Alle Sicherheitseinstellungen werden automatisch vorgenommen. Auch erscheinen keine aufdringlichen Nachrichten, Warnungen oder sonstige Pop-ups.

Wird die Benutzeroberfläche aufgerufen, so bietet sich dem Anwender eine sehr gut strukturierte und aufgeräumte Konsole, die jedem eine intuitive Bedienung des Produktes ermöglicht. Die sehr geringe Systemauslastung im laufenden Betrieb, kombiniert mit einer ausgezeichneten Virenerkennungsrate und eine einfache Bedienung, machen die Bitdefender Internet Security zum derzeit besten Virenscanner.

Der Bitdefender Autopilot macht Ihre Sicherheit noch einfacher. Intelligente Benutzerprofile erkennen, ob Sie arbeiten, spielen oder Filme schauen. Die Ein-Klick Optimierung sorgt für noch bessere Leistung und schafft zusätzlichen Speicherplatz.

Mit der Bitdefender-Version 2018 wurde der Schutz gegen Erpresser-Trojanern deutlich ausgebaut. Bitdefender 2018 blockiert selbst neueste Erpresser-Trojaner. Sehr nützlich ist auch die Safepay-Funktion: Wenn Sie Bank-, oder Warenkorbseiten öffnen, öffnet die brandneue Safepay-Funktion automatisch einen sicheren Browser. Dadurch können Sie einkaufen und finanzielle Transaktionen sicher abschließen.

Testsieger in zahlreichen Tests von Magazinen und Instituten

Chip Testsieg Bitdefender Die bekanntesten Computer-Magazine und Security-Institute haben unsere Ranking-Platzierung der Bitdefender Internet Security bestätigt. In den nachfolgenden Tests sicherte sich der Virenscanner einen deutlichen Testsieg: AV-Comparatives (10/2017), CHIP (Ausgabe 01/2017), Computerbild (Ausgabe 05/2017), PC Go (Ausgabe 01/2017), PC Magazin (Ausgabe 01/2017), AV-TEST (10/2016), PGgo (Ausgabe 02/2016), PC Magazin (Ausgabe 01/2016), Com (Ausgabe 10/2015), PC Welt (Ausgabe 04/2015).

Auch wurde die Bitdefender Internet Security diesjährig (im Rahmen einer großen Gala) vom Axel-Springer Verlag als bestes Security-Produkt ausgezeichnet (Große Leserwahl | 08/2017).


"Bitdefender bietet den besten Schutz und ist somit verdiente Nummer 1!"
Computer Bild (Ausgabe 05/2017)

Eine sehr gute Antivirenlösung, sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene Computernutzer. Mit der Standard-Lizenz können Sie bis zu 3 Geräte schützen. Möchten Sie die Internet Security mit weiteren Geräten nutzen, steht Ihnen eine 5-Geräte-, und 10 -Geräte-Lizenz zur Verfügung. Wenn Ihre Familie mehrere Computer besitzt, lohnt sich der Kauf des Bitdefender Family Packs 2018, weil Sie damit beliebig viele Geräte (Computer & Handys) absichern können. Alternativ gibt es die Total Security Multi-Device 2018 für bis zu 5 Geräte (Windows, Android, iOS, MAC). An Auswahl mangelt es somit bei Bitdefender nicht. Es bleibt jedoch dem Kunden überlassen, die Wahl der benötigten Software zu treffen.

Bitdefender ist kein neuer Player in der Antiviren-Szene. Bereits seit 2001 entwickelt der Antivirus-Hersteller Sicherheits-Programme. Das Unternehmen hat Büros in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien und sogar in den USA. Zu den Partnern gehören unter anderem große Namen wie IBM und Virgin Media. Weltweit schützt Bitdefender mehr als 500 Millionen Privatanwender und Geschäftskunden.

5-Jahres-Lizenz für nur 17,99 Euro/Jahr
Die 5-Jahres-Lizenz der Internet Security verkauft Bitdefender aktuell für einmalig 89,99 Euro. Ein tolles Angebot. Kein anderer Antiviren-Hersteller verkauft eine 5 Jahres-Lizenz für unter 250 Euro. Kauft man die Bitdefender-Lizenz regulär (ohne Angebot) für 5 Jahre, zahlt man bei Bitdefender knapp 300 Euro (5 Jahre x 59,99 Euro = 299,95 Euro).

5 Jahres Lizenz der Bitdefender Internet Security

Der Zweitplatzierte: Kaspersky Internet Security 2018

Kaspersksy ist der zweitplatzierte im TestAuch der Zweitplatzierte Kaspersky Internet Security 2018 (Link: https://www.kaspersky.de/internet-security) kann in aktuellen Tests überzeugen. Die Viren-Erkennung und Entfernung funktioniert sehr gut. Der Virenscanner erkennt ~ 95 Prozent aller Schädlinge. Etwas weniger als der Erstplatzierte (Bitdefender: 100 Prozent), trotzdem ein sehr gutes Ergebnis. Kaspersky sorgt für einen umfassenden Schutz. Der Rechner wird sowohl vor Spy- als auch vor Malware geschützt. Internet-Traffic und E-Mails werden genauso zuverlässig gescannt und überwacht, wie die Kommunikation über Instant Messenger.

Die aktualisierte Benutzeroberfläche macht das Antivirenprogramm noch leichter in der Bedienung, als die vorherige Version. Zahlreiche Zusatzfunktionen, wie beispielsweise die Zwei-Wege-Firewall oder das erweiterte Schutzmodul für Online-Banking, runden den Funktionsumfang ab.
  • Software Updater - zur automatischen Installation von Software-Updates.
  • Webcam-Schutz.
  • Browser-Erweiterung gegen Datensammler.
  • Sicherer Zahlungsverkehr. In unserem Test ließen sich leider nicht alle Banken-Seiten öffnen.
Neuerungen in der Kaspersky-Version 2018:
Der russischer Sicherheitsspezialist hat Ende August die Version 2018 der beliebten Internet Security auf den Markt gebracht. Neben allgemeinen Verbesserungen bei der Virenerkennung (insbesondere beim Schutz vor Ransomware) bietet das Programm kleinere Neuerungen: In einem öffentlichen / schlecht gesicherten WLAN warnt das Programm den Anwender nun und bietet eine im Security-Paket enthaltene VPN-Verbindung an. Ausgehende und eingehende Daten werden dann automatisch verschlüsselt. Die Grenze liegt bei 200 MB Traffic pro Tag. Wer mehr will, muss zusätzlich Geld ausgeben - für 5 Euro gibt es eine Monats-Flatrate. Der Webcam-Schutz überwacht nun auch das Mikrofon des Rechners. Neu in der Android-Version ist die App-Lock-Funktion, mit der man sensible Apps mit einem Sperrcode schützen kann.

Kaspersky-Platzierungen in anderen Antivirus-Tests

  • Platz 6 im Test der ComputerBild (Ausgabe 05/2017).
  • Platz 2 im Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 03/17).
  • Platz 1 (zusammen mit Bitdefender) im aktuellen Real-World-Test von AV-Comparatives (10/2017).

Erneut schlechte Noten für Microsofts Virenscanner

Windows Defender Security Center Als besonders schlecht (Platz 15) erweist sich in aktuellen Virenscanner Tests, der kostenlose Virenscanner "Windows Defender" von Microsoft. Im Virenscanner Test von AV-Software.com erkannte der Virenscanner nur 67 Prozent der aktuellen Schädlinge und erreicht damit lediglich die mageren Ergebnisse, wie sie bereits von diversen Testlaboren ermittelt wurden. Weder der Virenschutz, noch die Bedienung ist erfreulich. Microsoft kommt mit seinem Produkt Microsoft Windows Defender nicht aus der Kritik heraus. Microsofts Windows Defender ist zwar besser als gar kein Scanner, die Erkennungsleistung kann aber nicht überzeugen.

Die aktuellen Testergebnisse des Windows Defenders sprechen für sich: Platz 7 im Real-World-Test von AV-Comparatives (10/2017). Platz 8 (von 8) im Test der ComputerBild (05/2017). Platz 12 (von 12) im Test der Stiftung Warentest (03/17).

Update (Oktober 2017):
Mit dem Herbst-Update hat Microsoft beim Sicherheitscenter nachgerüstet und schützt Ihre Daten endlich vor Epressern. Erpresserviren sorgen seit einigen Jahren für viel Aufsehen. Diese heimtückische Art von Viren verschlüsselt sämtliche Dokumente und Bilder. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes werden die Daten (eventuell) wieder freigegeben. Mit dem Windows "Fall Creators Update" hat Microsoft endlich eine Funktion eingeführt, die den Kriminellen das Leben schwerer machen soll. Im Windows Defender Security Center finden Sie jetzt die Option "Überwachter Ordnerzugriff". Mit dieser Funktion versucht Windows, Angriffe auf Ihrer Dateien abzuwehren, die in den Verzeichnissen Dokumente, Bilder oder Desktop gespeichert sind. Die Verzeichnis-Liste können Sie jederzeit erweitern.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob diese neue Funktion hält, was Sie verspricht. Sie sollten die Option jedoch unbedingt aktivieren. Wenn Sie den Virenscanner von Microsoft nutzen.

Die beste kostenlose Antivirenlösung: Avast Free Antivirus

Avast Virenscanner Anfang Oktober hat Avast die Version 2018 der kostenlosen Antiviren Software veröffentlicht (Link: https://www.avast.com/de-de/index). Wenn wir alle bisherigen Erfahrungen zusammenziehen, kommen wir nach wie vor zu dem Schluss, dass der kostenfreie Virenscanner Avast Free Antivirus in Praxistests immer noch die besten Ergebnisse - aller kostenfreien Virenscanner - erzielt. Während sich kostenlose Produkte anderer Hersteller teils derbe Aussetzer leisten. Sei es durch schlechte Malware-Erkennung, Abstürzen oder einer großen Systemauslastung.

Dank einer guten Erkennungsrate und einem geringen Ressourcenverbrauch ist der kostenlose Virenscanner eine gute Alternative zu kostenpflichtigen Antivirus-Programmen. Die einfach aufgebaute Bedienungsoberfläche beinhaltet einige wichtige Schutzfunktionen. Bekannte Viren, Würmer, Trojaner, Rootkits sowie Ad-/Spyware erkennt und beseitigt der Virenscanner recht zuversichtlich.

Eine Gelungene Antivirensoftware für Benutzer, die kein Geld für ein Antivirenprogramm ausgeben möchten und zumindest einen “Grundschutz” wünschen. Kein anderes kostenloses Programm bietet derzeit einen vergleichbaren Rundumschutz. Das Antivirus-Setup-Programm ist ‎6,35 MB groß und kann von der offiziellen Avast-Homepage heruntergeladen werden. Für ambitionierte Anwender hat die Software leider einen zu geringen Funktionsumfang. Mit guten Kaufprogrammen kann es der kostenlose Virenscanner von Avast nicht aufnehmen.

Avast Free Antivirus ist nutzbar auf allen Versionen des Betriebssystems Microsoft Windows seit Windows XP. Zusätzlich erfordert die Installation neben 1,5 GB freien Festplattenspeicher auch 256 MB RAM Arbeitsspeicher sowie eine CPU mit einer Taktrate von mindestens 1,4 GHz. Diese Voraussetzungen dürften grundsätzlich alle moderneren Systeme erfüllen. Änderungen in der Avast-Version 2018:
  • Leicht veränderte Benutzeroberfläche.
  • Neuer Virus-Container. In diesem landen verdächtige Dateien, die möglicherweise Schaden anrichten können.
  • Verbesserter Schutz vor Ransomware

Optimale Einstellungen - Avast Free Antivirus

Damit Avast Free Antivirus optimal funktioniert (Schutzleistung, Scan-Geschwindigkeit und System-Performance) können Sie hier unsere empfohlenen Einstellungen herunterladen. Die Konfigurationsdatei einfach entpacken und anschließend per Doppelklick in das Antivirenprogramm importieren. Voraussetzung: Avast Free Antivirus 17.x.

Avast Konfigurationsdatei importieren Eigenschaften der Konfigurationsdatei:
  • Alle Heuristischen-Schutzmodule auf höchste Erkennungsstufe.
  • Optimierung der On-Demand Scan-Einstellungen.
  • PUP-Erkennung aktiviert.
  • Automatische Programmaktualisierung aktiviert.
  • Animation des Tray-Icons in der Task-Leiste deaktiviert.
  • Sounds deaktiviert.

Der bekannteste kostenlose Virenscanner: Avira Free Antivirus

Avira Free Antivirus Avira Free Antivirus (Link: https://www.avira.com/de/avira-free-antivirus) (früher: Avira AntiVir) ist wahrscheinlich das erste Antivirenprogramm, das Computernutzern einfällt, wenn es um kostenlosen Antivirenschutz geht. Es gilt bereits seit Jahren als gutes Sicherheitsprogramm und ist entsprechend sehr beliebt. Es ist nicht das beste Antivirentool aber für die meisten Benutzer ausreichend. Die aktuelle Version lässt sich einfach bedienen und ist ein guter Basisschutz vor Malware.

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es bei den Zusatzfunktionen: Avira Free bringt nämlich gar keine Zusatzfunktionen mit. Die Software verfügt nicht mal über eine eigene Firewall, zeigt lediglich den Status der Windows-Firewall an. Da bieten die meisten kostenlosen Kontrahenten (z.B. Avast Free Antivirus) deutlich mehr.

Leider nerven auch die ständigen Werbefenster, die zum Kauf der Vollversion animieren sollen. In unserem Ranking reiht sich der Virenscanner nur auf Platz 11 von 15 ein. Die Zeiten, in denen die Software - in der Kategorie “Kostenlose Virenscanner” - mühelos einen Testsieg nach dem anderen holte, sind längst vorbei.

Kostenloser Virenscanner vs. Kostenpflichtiger Virenscanner

Virenscanner Im Internet gibt es fast alles kostenlos. Kostenlose Routenplaner, kostenlose E-Mail-Dienste, kostenlose Apps für Smartphones und auch kostenlose Virenscanner - aber sollte man den digitalen Schutz wirklich einem kostenlosen Programm anvertrauen? Windows-Benutzer benötigen unbedingt einen guten Virenscanner. Sie sind ständigen Bedrohungen ausgesetzt: Malware, Botnets, Keylogger, Trojaner, Viren uvm. Hersteller von Antiviren-Software profitieren sicherlich von dieser Tatsache, aber es gibt auch zahlreiche kostenlose Virenschutz-Lösungen. Avast Free Antivirus, Avira Free Antivirus, AVG AntiVirus Free, Bitdefender Antivirus Free Edition und Norman Malware Cleaner sind nur einige davon.

Alle Virenscanner stammen von Herstellern, die auch kostenpflichtige Virenscanner-Pakete anbieten. Auch Microsoft bietet mit der Microsoft Security Essentials (Windows Vista, Windows 7) einen kostenlosen Virenscanner an. Unter Windows 8.1 und Windows 10 ist es der Windows Defender. Doch bieten kostenlose Virenscanner ausreichend Virenschutz oder sollte man besser ein paar Euro investieren?

Wer am falschen Ende spart, bringt die eigenen Computerdaten in Gefahr. Kostenlose Virenscanner bringen leider nur einen Basis-Schutz! Sie können es mit den kostenpflichtigen Virenscannern nicht aufnehmen. Die Erkennungsrate und Funktionen unterscheiden sich immens. Die Qualitätssicherung bei Kaufprodukten ist in den meisten Fällen eine deutlich höhere. Die Produkte unterscheiden sich sowohl im Funktionsumfang als auch in der Scanleistung. Die umfangreichen Analysen und Schutzfunktionen kostenpflichtiger Sicherheitspakete machen sich in der Praxis bezahlt.

Malware-Entwickler suchen ständig neue Wege, um Systeme zu infizieren und um Ihre Privatsphäre zu verletzen. Damit Virenscanner Ihren Computer auch gegen neue Schädlinge schützen kann, reicht es nicht, sich auf bereits bekannte Viren-Signaturen, die bei jeder Aktualisierung heruntergeladen werden, zu verlassen. Kostenpflichtige Virenscanner enthalten zusätzliche Schutzmechanismen, die das Verhalten von möglichen/unbekannten Schadprogrammen analysieren und dadurch einen Malware-Angriff verhindern:

Antivirenprogramme arbeiten mit zwei unterschiedlichen Erkennungsroutinen. Die Reaktive Erkennung basiert auf Signaturdateien: das Schadprogramm ist bekannt und wird durch seine Signatur wiedererkannt. Jeder Virenscanner, egal ob kostenlos oder kostenpflichtig, hat eine Signaturerkennung. Die Erkennung ist jedoch nur möglich, wenn die Signatur des Schädlings bekannt und per Update in das Schutzprogramm übertragen worden ist. Die proaktive Erkennung soll Malware – zu der noch keine Signatur vorliegt – zeitnah erkennen. Hierfür werden Heuristik, verhaltensbasierte Erkennung oder die Sand Box Technologie eingesetzt. Diese Technologien sind eine Ergänzung zu den signaturbasierten Virenscannern und sollen den Computer in dem kritischen Zeitraum schützen, von der ersten Verbreitung bis zu dem Zeitpunkt an dem eine Signatur vorliegt. Die meisten kostenlosen Virenscanner verlassen sich nur auf die Signaturerkennung und enthalten nur sehr wenige Schutzmechanismen, die das Verhalten von bisher unentdeckten Schadprogrammen analysieren können (proaktive Erkennung).

Darüber hinaus suchen kostenlose Virenscanner nur nach Viren, während kostenpflichtige Virenscanner auch Phishing Mails und sonstige Gefahren aufspüren. Vergleicht man die Sicherheitsfunktion von kostenlosen und kostenpflichtigen Virenscannern, ist die Antwort eindeutig. Nutzer die sich für einen kostenlosen Virenscanner entscheiden, sollten deutlich aufmerksamer im Internet surfen. Denn gute Bezahlprogramme schützen deutlich besser:

Schutzfunktion Antivirenprogramm
Kostenlos Kostenpflichtig
Guter Schutz vor älteren Schädlingen Ja Ja
Guter Schutz vor neuen Schädlingen Nein Ja
Rettungs-CD für Notfall-Starts des Computers Nein Ja
Schutz gegen Bedrohungen auf Facebook Nein Ja
Schutz gegen Bedrohungen beim Online-Banking Nein Ja
Schutz vor Netzwerkangriffen Nein Ja
E-Mail Werbefilter Nein Ja
Kinderschutz Nein Ja
Sichere Umgebung Nein Ja
Schwachstellenscan Nein Ja
Software-Update-Prüfung Nein Ja
WLAN-Schutz (Warnung bei schlechter Verschlüsselung) Nein Ja
Darüber hinaus kommen bei Freeware-Programmen sehr oft nervende Werbehinweise hinzu, die den Computer-Benutzer aufdringlich zum Kauf der Bezahlversion verleiten sollen.

Die restlichen Antivirus-Programme

Dass der Schutz vor Bedrohungen aus den Tiefen des Internets von enormer Bedeutung ist, steht außer Frage. Was vielen Usern jedoch die Schweißperlen auf die Stirn treibt, ist die Auswahl der richtigen Security-Software, denn die Produktvielfalt auf dem Markt ist mindestens ebenso groß wie die Anzahl der Features, die jedes einzelne Produkt aufweist.

ESET Internet Security

Eset Logo Der Virenscanner, für den die Firma ESET (https://www.eset.com/de/) bereits seit langer Zeit geschätzt wird, arbeitet grundsolide und schützt jedes System nicht nur zuverlässig, sondern auch mit einer erstaunlichen Ressourceneffizienz. Kernstück ist der intelligente Reputationsdienst »ESET Live Grid«, der dafür sorgt, dass Schadsoftwarefunde in Echtzeit in die Bedrohungsdatenbank aufgenommen werden (Erkennungsrate: 87.1%).

Hinzu kommt ein intuitiv zu bedienendes User-Interface, das auch weniger erfahrene Nutzer nicht überfordert.

Die ESET Internet Security hat allerdings noch mehr zu bieten als einen reinen Virenschutz. Zu den ebenfalls integrierten Standard-Sicherheitsoptionen gehören neben einer Kindersicherung und einem Anti-Spam-Modul auch eine Firewall, ein Spyware-Schutz sowie Anto-Theft- und Anti-Phishing-Module. Mit Hilfe der Anti-Diebstahlfunktion ist es beispielsweise möglich, ein gestohlenes Notebook anhand öffentlicher Wlan-Netze zu verfolgen, den Dieb per Webcam zu identifizieren oder diesem sogar eine Nachricht zukommen zu lassen. Besonders interessant ist aber der hauseigene Browser, den die Firma ESET als Softwarebestandteil mitliefert.

Dieser ist speziell abgesichert und schaltet sich immer dann automatisch ein, wenn Bank- oder Bezahlwebseiten aufgerufen werden. Durch die Verschlüsselung von Tastatureingaben schiebt dieses Feature Keyloggern einen Riegel vor. Ergänzt wird das Paket durch potente Spezialfunktionen wie eine automatische Schwachstellenprüfung des Systems, einen Exploit-Blocker sowie eine Botnet-Erkennung. Letztere verhindert die Remote-Steuerung durch Botnetze und macht die Übernahme und den Missbrauch des Systems durch Hacker unmöglich.

ESET Internet Security
Schutzwirkung: 87 Prozent
Firewall: Ja
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Ja
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Ja
Preis: 34,95 Euro

Norton Security Deluxe

Norton Logo Das Softwarepaket aus dem Hause Norton (https://de.norton.com) ist der Klassiker unter den Security-Tools und setzt in seiner neuesten Auflage auf einen Dreiklang aus verschiedenen Säulen, die es Viren und Trojanern unmöglich machen sollen, in ein Gerät einzudringen. Die erste tragende Säule ist der intelligente Virenscanner, der sich dem Prinzip der Schwarmintelligenz bedient. Dies geschieht durch eine direkte Anbindung der Software an eine Online-Datenbank, die in Echtzeit mit neuen Informationen über neue Bedrohungen gefüttert wird. Die Software kann bereits bekannte Bedrohungen damit schnell anhand ihrer Signatur erkennen und unschädlich machen.

Um unbekannte Schädlinge zu identifizieren, bedient sich die Software einem Feature, das auf auffälliges Verhalten von Software reagiert und diese unmittelbar blockiert. Diese Daten werden schlussendlich in die Nortondatenbank übertragen, sodass davon wiederum andere Nutzer profitieren können. Der dritte Schutzmechanismus basiert ebenfalls auf der Schwarmintelligenz der Nortonnutzer und greift jedes Mal, wenn eine Software oder Website erstmals installiert beziehungsweise aufgerufen wird, indem in Verdachtsfällen eine Warnung angezeigt wird. Die Erkennungsrate beträgt aktuell gute 91.3%.

Der zweite große Feature-Bereich betrifft die Abwehr von Phishing-Versuchen und Datendiebstahl. Neben der automatischen Blockade von dubiosen Webseiten durch den Browser-Schutz »Norton Safe Web« sorgt »Norton Identity Safe« dafür, dass Passwörter, Banking-PINS und Kreditkartennummern nicht in falsche Hände geraten und insbesondere Passwörter gut verschlüsselt in der Cloud gespeichert werden. Norton-Nutzer erhalten zudem sicheren Cloud-Speicherplatz in Höhe von 25 Gigabyte, der auch von allen fünf Geräten, auf denen die Software installiert werden kann, genutzt werden kann.

Norton Security Deluxe
Schutzwirkung: 91 Prozent
Firewall: Ja
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Ja
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: 79,99 Euro

F-Secure Internet Security

F-Secure Logo Wie viele andere Sicherheits-Tools setzt auch das Internet-Security-Paket aus dem Hause F-Secure (https://www.f-secure.com/de_DE/) auf eine cloudbasierte Echtzeiterkennung von potenziellen Bedrohungen. Dazu überprüft die Software die in der Datenbank hinterlegten Signaturen von Würmern, Malware und Trojaner, die ebenfalls in Echtzeit ergänzt werden (Erkennungsrate: 87.1%). Trotz dieses mächtigen Features hält sich der Ressourcenverbrauch von F-Secure Internet Security selbst beim aktiven Scannen stark in Grenzen. Das gilt sowohl für die Anwendung auf dem PC als auch für die Installation auf Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets, die parallel abgesichert werden können.

Neben der einfachen Bedienbarkeit besticht die Sicherheitssoftware durch einen umfangreichen Browserschutz, der sich automatisch aktiviert, sobald eine Online-Banking-Sitzung gestartet wird. Ergänzt wird der Hackerschutz durch ein gelungenes Personalisierungskonzept, das durch das gezielte Anlegen von Nutzerprofilen inklusive der Vergabe von Administratorenrechten vor dem ungewollten Sicherheitsrisiko »Mensch« schützt. Hinzu kommt eine Kindersicherung, die es ermöglicht die Onlinezeiten des Nachwuchses zu überwachen und im Fall einer Installation auf dem Smartphone sogar den aktuellen Aufenthaltsort zu ermitteln.

F-Secure Internet Security
Schutzwirkung: 87 Prozent
Firewall: Nein
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Ja
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: 49,90 Euro

Avira Internet Security Suite

Avira Logo Dank seines Echtzeit-Scanners schützt die Avira Internet Security Suite (https://www.avira.com) Computer effektiv vor Malware, Viren und Trojanern. Basis für die Scanvorgänge ist auch an dieser Stelle eine dynamische Nutzerdatenbank, die unter dem Namen »Avira Protection Cloud« läuft. Diese Cloud unterstützt aber nicht nur bei aktiven Scanvorgängen, sondern überprüft auch gleich jede neue Software, ob diese als Bedrohung einzuschätzen ist (Erkennungsrate: 85.4%). Ergänzt wird das Konzept durch den Browser-Schutz, der sowohl das Surfen als auch den E-Mail-Verkehr deutlich sicherer macht. Das spezielle Browser-Plug-in markiert nicht nur automatisch dubiose Seiten und schiebt Tracking-Cookies einen Riegel vor, sondern überwacht auch die Anhänge eingehender Mails.

Abseits des direkten Security-Aspekts besticht die Software durch eine umfassende Kindersicherung, die unter dem Namen »Avira Free SocialShield« läuft. Ziel der Funktion ist die Überwachung von sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co, sodass der Nachwuchs vor Inhalten, die Gewalt, Mobbing oder Drogen thematisieren, geschützt wird. Zudem verhindert das Modul, dass der Nachwuchs sensible Daten herausgeben kann. Ein weiterer interessanter Bestandteil der Security-Software ist das Windows-Tuning-Tool »Avira System Speedup«, das das System automatisch von unnötigem Ballast befreit und die Performance optimiert.

Avira Internet Security Suite
Schutzwirkung: 85 Prozent
Firewall: Nein
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Nein
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: 39,95 Euro

G Data Internet Security 2018

G-Data Logo Die deutsche Softwareschmiede G Data (https://www.gdata.de) legt mit der neuesten Auflage ihrer Security-Suite ein Stück Software vor, das sich im Kern auf einen soliden und zudem cloudbasierten Echtzeit-Scanner stützt, der potenzielle Gefahren erkennt und abwehrt. 83.3% aller Schädlinge erkennt das Programm aktuell.

In puncto Performance weiß die Software von sich zu überzeugen, zumal G Data Internet Security auch auf Smartdevices problemlos im Hintergrund läuft.

Wesentlich interessanter ist neben der Firewall und dem E-Mail-Schutz, der Anhänge scannt und vor Spam bewahrt, vor allem der Keylogger-Schutz. Diese Funktion beugt dem Ausspähen von Passwörtern und Log-in-Daten vor. Im Kontext des Online-Bankings wird das Feature durch die BankGuard-Technologie unterstützt, die private Daten vor unbefugtem Zugriff schützt. Abgesehen von Funktionen wie der Kindersicherung und der cloudbasierten Bedrohungserkennung sticht G Data insbesondere durch seinen DatenShredder hervor.

Um sensible Daten zu schützen, können Nutzer das Programm nämlich dazu anweisen, diese Daten beziehungsweise deren Speicherplätze bis zu 99-mal zu überschreiben. G Data Nutzer nutzen damit Standards, die auch von Geheimdiensten und in der Industrie verwendet werden, um Daten unwiederbringlich zu vernichten. Abgerundet wird das Softwarepaket durch einen Passwortmanager, der Kennwörter sicher speichert und verschlüsselt.

G Data Internet Security 2018
Schutzwirkung: 83 Prozent
Firewall: Ja
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Ja
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: 39,95 Euro

Emsisoft Anti-Malware

Emsisoft Logo Unter den Antiviren-Programmen gehört Emsisoft Anti-Malware (https://www.emsisoft.com/de/) zu den kleineren Playern Kern der Software, die sehr gut in das Windows-Sicherheitscenter integriert ist, ist der Echtzeit-Scanner, der brav im Hintergrund läuft, ohne groß Ressourcen in Anspruch zunehmen (Erkennungsrate: 76.7%). Interessant ist in dieser Hinsicht vor allem die Möglichkeit, dem Programm für die Dauer eines aktiven System-Scans bestimmte Prozessorkerne zuzuweisen. Somit können selbst während eines solchen Durchgangs anspruchsvolle Aufgaben am Rechner erledigt werden, ohne dass es zu größeren Performance-Einbußen kommt.

Der Echtzeit-Scanner setzt sich ferner aus drei Funktionsstufen zusammen. Erstens der Erkennung von schädlichen Websites und Malware-Downloads. Zweitens dem Abgleich aller Downloads mit aktuellen Viren-Datenbanken. Und drittens eine Verhaltensanalyse, mit deren Hilfe verdächtige Prozesse erkannt und die jeweiligen Urheber unschädlich gemacht werden können. Komplettiert wird das Softwarepaket durch eine Funktion, die störende Plug-ins und Zusatzanwendungen im Handumdrehen von der Festplatte entfernt.

Emsisoft Anti-Malware
Schutzwirkung: 77 Prozent
Firewall: Nein
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Nein
Kinderschutz: Nein
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: 39,95 Euro

McAfee Total Protection

McAfee Logo Die Software aus dem Hause McAfee (https://www.mcafee.com) ist vielen ein Begriff und nicht zu Unrecht ein Rundum-sorglos-Paket, denn mit einem Echtzeit-Virenscanner, einem Spam-Filter, einem Wifi-Schutz und nicht zuletzt zahlreichen Mobile-Anwendungen, die auch Smartphones und Tablets gegen Angriffe schützen, ist das Produkt bestens aufgestellt. Interessant ist die McAfee-Cloud aber nicht nur aufgrund der sich ständig aktualisierenden Schädlingsdatenbank, sondern auch durch die Tatsache, dass nutzerdefinierte Daten wie Fotos und Dokumente automatisch als Backup in der Cloud abgelegt werden. Das System ist darüber hinaus von Haus aus intelligent genug, um potenzielle Schwachstellen vollautomatisch zu erkennen und zu schließen.

Auch das Surfen selbst wird durch McAfee Total Protection ein Stück weit sicherer, denn ein Feature namens »Side Advisor« durchforstet besuchte Webseiten und markiert diese sowie die enthaltenen Links und Downloads gemäß sicherheitsrelevanter Bedenken. Das gleiche Prinzip gilt auch bereits für die Google-Suche. Hinzu kommt eine individuell anpassbare Kinderschutz-Funktion, mit der Webseiten mit ungeeigneten Inhalten gesperrt und Nutzungszeiten definiert werden können. On top gibt es das PC-Optimierungs-Tool »McAfee QuickClean«, das unnötige Daten wie Cookies löscht, den Datenvernichter »McAfee Shredder« und einen mit diversen Mail-Programmen kompatiblen E-Mail-Spam-Schutz.

Der Hersteller Mcafee ist eines der renommiertesten Unternehmen im Bereich Online-Sicherheit. Als MS-DOS noch das gängigste Betriebssystem für Computer war, war Mcafee bereits einer der ersten Hersteller von Antiviren-Software. Da die Verbreitung von Malware zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckte, war die Erkennung und Beseitigung zu dieser Zeit noch recht einfach. Heute sind Viren nicht mehr so einfach anhand von Zeichenfolgen erkennbar. Aktuell erkennt McAfee nur ~ 72 Prozent aller Schädlinge.

McAfee Total Protection
Schutzwirkung: 72 Prozent
Firewall: Ja
Schutz vor Phishing: Nein
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Ja
Rettungs-CD: Nein
Sichere-Bezahlung: Ja
Update-Manager: Ja
Preis: 59,95 Euro

AVG Internet Security

AVG Logo Herzstück des AVG Internet Security Pakets (http://www.avg.com/de-de/) sind die Cloud-Protection und der Echtzeit-Scanner. Während Letzterer das System mehrmals täglich auf Viren, Malware, Rootkits und Tojaner überprüft, aktualisiert die Cloud-Protection im Hintergrund die Signaturdatenbank bekannter Schadsoftware, die beispielsweise von den Systemen anderer Nutzer erkannt wurde, und lernt damit stetig dazu. Im Umkehrschluss hilft jeder auf dem individuellen Nutzersystem identifizierte Schädling, die Sicherheit für das Gesamtsystem zu erhöhen. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten lässt sich bei AVG Internet Security auch ein Spielemodus aktivieren, der verhindert, dass Update-Meldungen auftauchen und den Spielfluss stören.

Neben der obligatorischen Firewall und einem Tool, das es Nutzern ermöglicht, bestimmten Webseiten die Aufzeichnung von Daten zu verbieten, verfügt das Softwarepaket auch über einen Wifi Guard, der Nutzer vor dem Datenklau in öffentlichen WLAN-Netzen bewahrt. Sensible Daten können indes mit Hilfe der »Daten-Safe«-Funktion verschlüsselt auf einem virtuellen Datenträger abgelegt oder mit dem »File-Shredder« gleich unwiederbringlich vernichtet werden.

Hinzu kommt ein Ransomware-Blocker, der böswilligen Verschlüsselungsversuchen einen Riegel vorschiebt. Interessant ist auch ein Scanner-Modul, das sowohl E-Mails als auch soziale Netzwerke nach verdächtigen Links durchsucht. Bei all den leistungsstarken Features gibt es bei der Software allerdings einen Punkt zur Kritik, nämlich, dass lediglich der Internet Explorer und Mozilla Firefox als Browser unterstützt werden. Für andere beliebte Browser fehlt die Unterstützung.

AVG Internet Security
Schutzwirkung: 76 Prozent
Firewall: Ja
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Nein
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: 54,99 Euro

AVG Anti-Virus Free

AVG Logo Wie fast alle anderen Softwarehäuser bietet auch AVG (http://free.avg.com) eine kostenlose Basisversion zum Download an. Im Fall von AVG Anti-Virus ist diese Basisversion mit demselben potenten Echtzeit-Virenscanner sowie der Cloud-Protection ausgestattet wie die kostenpflichtige Version von AVG Anti-Virus. Die kostenlose Software schützt damit effektiv vor Spyware und Viren, muss jedoch im Vergleich mit dem AVG Internet Security Paket einige Abstriche hinnehmen.

Das betrifft neben dem fehlenden Support und der Tatsache, dass die Version nur auf einem Rechner genutzt werden darf, einige Schlüsselfeatures. Im Einzelnen fehlen die integrierte Firewall, der Daten-Safe sowie die Schutzmechanismen gegen Hacker-, Keylogger- und Phishing-Angriffe. Unter dem Strich ist die kostenfreie Version im Freeware-Segment aber überdurchschnittlich potent, bietet allerdings keinen absoluten Rundum-Schutz.

AVG Anti-Virus Free
Schutzwirkung: 76 Prozent
Firewall: Nein
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Nein
Kinderschutz: Nein
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Nein
Update-Manager: Nein
Preis: Kostenlos

Ad-Aware Pro Security

Lavasoft Logo Mit der Sicherheitssoftware Ad-Aware Pro Security (http://de.lavasoft.com) können Nutzer Arbeitsspeicher, Festplatten und externe Speichermedien per Tastendruck auf verdächtige Aktivitäten untersuchen. Darüber hinaus wird der Datenverkehr ständig durch den integrierten Echtzeit-Scanner überwacht, der nicht nur das System selbst, sondern auch den Browser mit einschließt. Somit werden auch Websites bereits beim Betreten auf Viren und Spyware überprüft, sodass Schadsoftware bereits frühzeitig geblockt werden kann.

Ein zusätzliches Plus an Schutz verspricht die Integration des BitDefender-Virenscanners in das Ad-Aware Softwarepaket. Damit ist es der Software möglich, auch unbekannte Bedrohungen, deren Signatur nicht bereits in der Datenbank hinterlegt ist, zu erkennen, indem das Verhalten im System analysiert wird. Damit verdächtige Prozesse keinen Schaden anrichten können, findet die Analyse in einer künstlichen Sandbox-Umgebung statt.

Im letzten AV-Software Test erkannte das Programm leider nur sehr wenige Schädlinge (66.7%).

Zusätzlich zum Schutz vor Viren, Trojaner, Spy- und Malware verfügt Ad-Aware Pro Security auch über ein Anti-Rootkit-Modul. Und, um Nutzer beim Arbeiten, Schauen von Filmen oder Spielen nicht mit Einblendungen zu stören, wird das Paket durch einen »Spiele-Modus« abgerundet, bei dem die Schutzprozesse unauffällig im Hintergrund laufen.

Ad-Aware Pro Security
Schutzwirkung: 67 Prozent
Firewall: Ja
Schutz vor Phishing: Ja
Schutz vor E-Mails: Ja
Kinderschutz: Nein
Rettungs-CD: Ja
Sichere-Bezahlung: Ja
Update-Manager: Nein
Preis: 36,00 Euro

Vorsicht vor Abofallen

Automatische Verlängerung Wer sein Antivirenschutz direkt beim Hersteller bestellen möchte (empfohlen), sollte sehr Vorsichtig sein! Bei einigen Antiviren-Herstellern schließt man während der Bestellung automatisch ein Abo ab. Bei McAfee und Norton ist eine Bestellung ohne Abo gar nicht möglich! Bei Bitdefender und Kaspersky muss der Kunde die Option „Automatische Verlängerung“ abwählen. Bei G Data muss man bei der Bestellung freiwillig einen Haken setzen, wenn man eine automatische Verlängerung möchte. Nur Eset und F-Secure verzichten auf automatische Verlängerungs-Angebote.

Warum sollte man seinen Antivirenschutz direkt beim Hersteller kaufen? Ein Antivirus-Programm kann selbst infiziert sein. Daher ist es wichtig, dass Sie diese Software direkt vom Hersteller (einer zuverlässigen Quelle) beziehen! Die meisten Programme nutzen zwar Selbstschutz-Prüfroutinen, um festzustellen, ob sie vielleicht durch einen Virus verseucht wurden. Manche Virenautoren nutzen jedoch Techniken, die gezielt auf die Prüfroutinen abzielen.

Auch Mac-, Android-, und iOS-User sind gefährdet!

Ein verbreiteter Mythos ist, dass Mac-, Android-, und iOS-Systeme nicht von Viren angegriffen werden und immun gegen Computerschädlinge sind, aber das stimmt nicht ganz. Viren, Trojaner und andere Schädlinge, sind sicherlich eher ein Problem von Windows- als von Mac-, Android-, und iOS-Benutzern. Wir möchten aber betonen, dass sich auch diese Benutzer nicht allzu sicher fühlen sollten. Besonders für Smartphone-Benutzer steigt die Gefahr einer Infektion in den letzten Monaten enorm. Zudem gibt es auch browserbasierte Gefahren. Kein Computer und Smartphone ist 100% sicher und niemand kann es sich leisten, auf eine Sicherheitssoftware zu verzichten. Auch für den Mac-Computer und das Smartphone ist ein Virenscanner inzwischen absolute Pflicht.

Die meisten Antiviren-Hersteller bieten inzwischen Programme für alle Plattformen an:
  • Avira, Avast, Bitdefender, G-Data, Kasperksy, McAfee, Symantec (Windows, Mac, Android, iOS)
  • Emsisoft (Windows, Android)
  • Eset (Windows, Mac, Linux, Android)
  • F-Secure (Windows, Mac, Android)

Ein Virenscanner bringt keine 100-Prozentige Sicherheit

Gehen Sie davon aus, dass Ihr Virenscanner irgendwann versagen wird. Nehmen Sie nicht einfach an, dass Ihnen alles gelingen wird. Jedes Antivirenprogramm, dass von sich behauptet, mit allen aktuellen und zukünftigen Schädlingen umgehen zu können, lügt. Eine 100-Prozentige Sicherheit gibt es nicht! Selbstverständlich können Sie Ihren Rechner auch ohne Virenscanner betreiben, doch Kollateralschäden sind dann vorprogrammiert! Abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen sollte ein Virenscanner auf jedem Rechner installiert sein. Ein gutes Antivirenprogramm kontrolliert alle eingehenden Daten auf „Befall“ und hält sich immer auf dem neuesten Stand. Die Einrichtung eines Virenscanners mit umfangreichen Prüfmöglichkeiten für Programmausführung, Email- und File-Download sowie automatisierter Aktualisierung der Virensignaturen und Scanprogramme sorgt für sehr viel Sicherheit!

Doch auch die nachfolgenden Sicherheitstipps sollten Sie unbedingt beachten - Selbst wenn Sie den besten Virenscanner installiert haben.

Zusätzliche Sicherheitstipps

  • Legen Sie ein zusätzliches Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten an. Dieses verhindert, dass alle Bereiche des Computers potenziellen Angriffen ausgesetzt wird.
  • Deinstallieren Sie alle Programme aus Windows, die Sie nicht mehr benötigen. Diese einfache Methode hält den Computer schlank und verbessert die Sicherheit. Je weniger Programme installiert sind, desto weniger Angriffsflächen bieten Sie Hackern und Schadprogrammen.
  • Nutzung aktuellster Betriebssystem- und Anwendungsversionen, Einspielen eventuell verfügbarer Sicherheitspatches und regelmäßiges Sichern des Betriebssystems.
  • Deaktivierung von aktiven Inhalten im Browser, zum Schutz vor Drive-by-Downloads. Aktive Inhalte sind Programme, die in Skriptsprachen (u.a. JavaScript, VBScript, Visual Basic) geschrieben sind. Theoretisch können Skripte (oder Scripte) fast beliebige Aktionen auf dem Rechner ausführen, gedacht dem Computer-Nutzer bestimmte Aufgaben zu erleichtern oder zu automatisieren. Gerade diese Fähigkeit birgt ein gewisses Risiko. Der normale PC-Nutzer merkt meistens nicht einmal, zu welchem Zweck, aus welcher Quelle oder das überhaupt gerade ein Skript eingesetzt wird. Mit Hilfe von Skripten ist es möglich Programmcode online nachzuladen, zu installieren und zu starten. Das kann, wenn in bösartiger Absicht geschehen, auch schädlicher Programmcode aus irgendeiner zweifelhafter Quelle im Internet sein, zum Beispiel ein Wurm oder ein Trojaner.
  • Äußerste Vorsicht bei jeder unbekannten Datei! Das kann gar nicht zu stark betont und oft genug wiederholt werden. Besonders »ausführbare« Dateien, Scripte und Bildschirmschoner (Windows: *.com, *.exe, *.bat, *.vbs, *.shs, *.scr, *.reg...) von unsicheren oder unseriösen Quellen können potentiell zerstörerische oder spionierende Programme enthalten! Es gibt sogar als *.zip gekennzeichnete gepackte Dateien, die eigentlich getarnte *.exe-Dateien sind. Also: Vor jedem Entpacken oder Starten einer Datei oder eines Setup-Programms unbedingt den bevorzugten Virenscanner darüber rasseln lassen!
  • Dateien, die an eMails angehängt sind, sogenannte »Attachments« (Datei-Beilagen), von denen man nichts weiß (die man also zum Beispiel nicht ausdrücklich bestellt hat) oder nicht einmal den Absender kennt, sollten sofort gelöscht und keinesfalls geöffnet, entpackt oder gestartet werden! Selbst mehrere installierte Antiviren-Scanner und Firewalls dürfen einen von diesem Grundsatz nicht abbringen. Besonders gefährlich sind eMails, deren Text-Inhalte/Anhänge sympathisch und besonders harmlos klingen.

    Vorsicht bei E-Mail Anhängen
  • Wenn möglich auf Outlook, Outlook Express oder Lotus Notes verzichten. Es gibt genügend alternative E-Mail Programme (z.b. Thunderbird). Das Mail-Programm auf plain/text einstellen. HTML-Mails sind ein gefundenes Fressen für Viren.
  • Aktivierung und Nutzung der systemeigenen Sicherheitskomponenten wie passwortgeschützte und möglichst verschlüsselte Benutzer-Authentisierung.
  • Wireless LAN's sollten mit einer Verschlüsselung versehen werden. Da WEP eine leicht knackbare Verschlüsselung ist, sollte WPA- oder noch besser WPA2-Verschlüsselung eingesetzt werden. Außerdem sollten Sie Ihren WLAN-Router/-Access Point so einrichten, dass nur Hardwaregeräte mit einer dem WLAN-Router bekannten MAC-Adresse Zugriff zum Wireless LAN erhalten.
  • Sensible Daten sollten Sie mit einer Datenverschlüsselung vor fremden Augen schützen. Dies gilt besonders für Notebooks. Bei einem Notebook-Diebstahl hindert nur noch die Datenverschlüsselung den Dieb vor dem Auslesen Ihrer sensiblen Daten.
  • Ein Back-Up ist ein unverzichtbarer Zusatzschutz. Kommt es trotz installiertem Virenscanner zu einer Malware-Infektion, so kann es nötig sein, Dateien wiederherzustellen. Virenscanner sind zwar in der Lage Malware zu entfernen, aber nicht sämtliche Änderungen des Schadprogramms wieder rückgängig zu machen.
  • Weitere Virenschutz-Regeln ...

Abschließender Kommentar

Wenn Sie unseren Artikel komplett gelesen haben und nicht nur zum Schluss gesprungen sind, werden Sie sich vielleicht etwas nervös fühlen. Doch wie bei fast allem im Leben gibt es gute und schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht: Mit einem guten Virenscanner und ein paar grundlegenden Virenschutzmaßnahmen sollten Sie sich sicher im Internet bewegen können 😉 Empfehlenswerte Virenscanner für Computer und Handy sind z.B. Bitdefender Internet Security und Kaspersky Internet Security (beide ~ 40 Euro / Jahr).

So testen und bewerten wir die Virenscanner

Die anfangs eher übersichtliche Anzahl von Virenscannern hat sich in den vergangenen Jahren vertausendfacht: Es gibt kaum ein Land, in dem nicht ein oder mehrere Hersteller an Scan-Engines arbeiten. In unserem Antivirus Test stellen wir Ihnen die bekanntesten Antivirenprogramme vor. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf die Erkennungsraten. Ein genauer Scanner ist nicht wirklich hilfreich, wenn er sich nicht vernünftig bedienen lässt oder den Computer bis zur Unbenutzbarkeit ausbremst. Nach den folgenden Kriterien platzieren wir die verschiedenen Virenscanner in unserer Rangliste:

Virenscanner-Schutz (Bewertung von AV-Software.com)

  • An erster Stelle steht natürlich die Qualität der Virenerkennung. Der Scanner muss alle Arten von Viren erkennen und entfernen können sowie gepackte und komprimierte Programme, Dateien und Dokumente scannen und säubern können. Um verlässliche Daten über die Virenerkennung liefern zu können, ziehen wir Testergebnisse des englischsprachigen Testlabors AV-Software.com heran. Im Gegenzug versorgen wir das Team regelmäßig mit 0-Day-Malwaresamples.

    AV SoftwareWichtig: AV-Software testet die Virenscanner nicht auf Falschmeldungen! Antiviren-Programme sind nicht perfekt. Man kann davon ausgehen, dass jede Antivirus-Software irgendwann einen Fehlalarm verursacht. Seien Sie sich also bewusst, dass nicht jede Virenmeldung, die Sie erhalten, gültig sein muss. Ein Virenscanner darf im Idealfall keine Fehlalarme ("False Positives") produzieren. Gibt der Scanner viele Falschmeldungen aus, löscht der Anwender möglicherweise Dateien, die gar nicht infiziert sind, oder er klickt bald genervt automatisch auf "ignorieren" - und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste echte Virus "durchrutscht". Der Einsatz eines zweiten Scanners, um den Virenfund zu bestätigen, empfehlen wir ausdrücklich nicht! Laut dem Virenschutzlabor AV-Comparatives spucken die folgenden Antivirus-Programme häufig Falschmeldungen aus: F-Secure, Avast und McAfee.

Virenscanner-Software (Eigene Bewertung)

  • Ein Virenscanner muss zuverlässig funktionieren und einfach zu bedienen sein. Der beste Virenscanner (aktuell: Bitdefender Internet Security 2018) ist nutzlos, wenn er dem Computer-Nutzer nichts als Probleme macht (Abstürze, Aufhänger, Einfrieren) oder wenn er den Benutzer mit unverständlichen Meldungen allein lässt bzw. zu viel Wissen voraussetzt. Ein solcher Scanner würde nur noch unwillig und irgendwann gar nicht mehr eingesetzt werden.

    Hinweis: Die Beurteilung der Virenscanner-Bedienung ist eine größtenteils subjektive Meinung. Und ein absolut legitimes Thema für Debatten. Gerne können Sie an unserer Virenscanner-Umfrage auf Surveymonkey.com teilnehmen.
  • Erst danach kommt die Beurteilung weiterer Zusatzfunktionen und Extras aller Art.
Wir nutzen die jeweils aktuellen Testversionen der Antivirenprogramme.

Die Bewertung der Ausstattung und Bedienung gestaltet sich als Enorm aufwendig. Aus diesem Grund führen wir diese Tests nur 1-mal pro Jahr und Antivirenprogramm durch.

Unser Team
bleib Virenfrei
AV-Software
AV Software
Virenscanner-Software Virenscanner-Schutz
  • Ausstattung
  • Bedienung
  • Virenerkennung
1-mal pro Jahr Zuletzt: 02/2017

Unsere Testsysteme

  • Für die Tests der Virenscanner-Ausstattung und -Bedienung nutzen wir virtuelle Cloud-Computer von Paperspace (4GB RAM, 2 x CPU, 512 MB GPU, 50GB SSD) - Windows 10 Betriebssystem (64-bit).
  • 15 x Mini-Computer (Optiplex 755 SFF, Core 2 Duo 2.3GHz, 4GB RAM, 250GB HDD) mit installiertem Windows 10 Betriebssystem (64-bit).

Weitere Herstellerunabhängige Informationsquellen

Das richtige Antivirenprogramm für sich auszuwählen, kann sehr schwierig sein. Es gibt viele bekannte Antivirenprogramme, die sich teils deutlich im Preis unterscheiden. Einige Antiviren-Programme können den Computer drastisch verlangsamen, während Sie andere kaum bemerken. Beziehen Sie unbedingt verschiedene Online-Tests von Virenscannern in Ihre Entscheidung mit ein. Weitere Herstellerunabhängige Antivirus-Tests finden Sie auf den folgenden Internetseiten:
  • AV-Software (av-software.com)
  • AV-Test GmbH (av-test.org)
  • Virus Bulletin (virusbtn.com)
  • AV-Comparatives (av-comparatives.org)
Diese Seite wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert und kann daher zeitweise die nicht aktuellsten Testergebnisse enthalten. Stets aktuelle Testergebnisse finden Sie auf unserer Internetseite bleib-Virenfrei.de und auf AV-Software.com

Letzte Aktualisierung am 18.10.2017

Saarland-AFD: Niveaulimbo mit Hakenkreuz, verdörrt-sprießender Vetternwirtschaft und BND-Schwester

Saarland-AFD: Unerträglicher Niveaulimbo mit NS-Devotionalienhandel, Dörr-Goldfasanen-Vetternwirtschaft, braun-pensioniertem Schuldirektor und BND-Schwester des unsäglichen NSA-Versagers Gerhard Schindler.

Landtagswahl im Saarland: AfD im Saarland: Wo peinlich ein Kompliment wäre

Die AfD ist sicher nicht überall gleich. Im Saarland allerdings gibt sie vor der Landtagswahl am Sonntag ein erbärmliches Bild ab. Das zeigt auch eine Analyse des Bundesschiedsgerichts der Partei. Dort zieht man sogar Vergleiche mit dem Mittelalter.

Frauke Petry (Archivbild) hatte ihre Probleme mit dem System "family and friends" der Saar-AfD. Kurz vor der Landtagswahl im Saarland scheint das vergessen. 

Frauke Petry (Archivbild) hatte ihre Probleme mit dem System "family and friends" der Saar-AfD. Kurz vor der Landtagswahl im Saarland scheint das vergessen. 

Eine knappe Million Einwohner hat das , es ist so groß wie ein Landkreis, soll der frühere SPD-Politiker Johannes Rau mal gesagt haben. Und doch besitzt die Wahl an diesem Sonntag eine hohe Bedeutung. Hier will die CDU ihren Abwärtstrend bei Landtagswahlen stoppen. Die SPD will zeigen, dass sie mit Martin Schulz nicht nur in Umfragen gewinnt. Die Grünen kämpfen gegen den Absturz, die FDP ringt um den Aufstieg.

Die möchte am Sonntag ihren Siegeszug fortsetzen und in das nächste Landesparlament einziehen. Ein Selbstläufer ist der Weg in den Landtag diesmal allerdings nicht, und dafür hat der Landesverband Saar selbst gesorgt: In keinem anderen Bundesland agiert die AfD auf derart niedrigen Niveau.

Die Saar-AfD fällt vor allem unangenehm auf, und das durchaus bundesweit. Vor einem Jahr wurde sie komplett aufgelöst, nachdem der stern enthüllt hatte, dass die beiden Chefs Kontakte zu Neonazis gepflegt hatten. Eine Mehrheit des Bundesparteitags der AfD sprach sich anschließend ebenfalls für die Auflösung aus. Das der Partei musste entscheiden und beurteilte die Maßnahme als zu hart. Die Saar-AfD wurde gerüffelt, durfte aber weitermachen.


Die Hakenkreuz-Affäre des Spitzenkandidaten

Auch ihr Spitzenkandidat für die Landtagswahl, der 65-jährige Rudolf Müller, brachte es deutschlandweit in die Schlagzeilen. Das war, als das ARD-Magazin "Panorama" und der stern aufdeckten, dass Müller in seinem Laden in Saarbrücken "KZ-Geld" anbot und Hakenkreuzorden vertickte, teilweise ohne das Hakenkreuz abzukleben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelte, stellte die Ermittlungen kürzlich aber ein. Dafür versucht der saarländische Justizminister über eine Bundesratsinitiative zu erreichen, dass Leute wie Müller nicht mehr länger mit NS-Devotionalien handeln dürfen.

Rudolf Müller rechnet bei der Landtagswahl, das teilte er der "Saarbrücker Zeitung" mit, für seine Partei mit einem "deutlich zweistelligen Ergebnis". Er selbst kommt im Wahlwerbespot der Saar-AfD allerdings nur wenige Sekunden zu Wort. Offenbar sehen es die Planer der Kampagne als eher hinderlich an, mit einem Spitzenkandidaten zu werben, der auch mit Nazi-Orden Geld verdient.

Müllers Frau Monika hingegen durfte sich in dem Werbefilm gut ausgeleuchtet auf einem Sessel präsentieren. Die Schwester des früheren BND-Präsidenten Gerhard Schindler steht zwar auf einem Listenplatz weit hinten, äußert sich in dem Spot aber trotzdem doppelt so lange wie ihr Gatte.

Notmaßnahmen wie "intensives Coachen" und "Rücktritt"

Was der wiederum in einer Diskussionsrunde mit anderen Spitzenkandidaten Mitte Januar von sich gab, beunruhigte selbst AfD-Mitglieder. Sie wandten sich nach dem öffentlichen Auftritt schriftlich an den Landesvorstand, schlugen Notmaßnahmen von "intensivem Coachen" bis zum "Rücktritt" Müllers als Spitzenkandidat vor. "Niemand kann alles wissen, aber er sollte wenigstens etwas Konkretes sagen", schrieb ein Parteifreund über Müllers Auftritt, ein anderer meinte: "Wenn wir sonst keine guten Alternativen als Politiker haben, sollten wir lieber nicht antreten."

Müller nahm dann, immerhin, an der öffentlichen Diskussionsrunde der Spitzenkandidaten für die Saarland-Wahl nicht teil, zu der ihn der Radiosender "Salü" eingeladen hatte. Auch ein Einzelinterview, wie es die Hörfunk-Redaktion des Saarländischen Rundfunks mit jedem Spitzenkandidaten führte, verweigerte er. Die Spitzenkandidatur selbst ließ er sich aber nicht nehmen.

Noch etwas knapper als Müller äußert sich in dem Wahlspot der Saar-AfD Aline Wagner. Die AfD-Politikerin, die es ohne jemals politisch auch nur aufzufallen auf einem aussichtsreichen Listenplatz brachte, steht dem Landeschef Josef Dörr nahe. Und weil im kleinen Saarland wenig unkommentiert bleibt, wabern Gerüchte über die Art der Beziehung des 78-Jährigen pensionierten Schulleiters und der 30-jährigen Justizvollzugsbeamtin durch die Partei, mündlich, aber auch schriftlich vorgetragen.

"Unsägliche Gerüchte ... zum Teil ehrabschneidend"

Aline Wagner, deren Gesicht auf das Wahlkampfauto der Saar-AfD geklebt ist, ging selbst auf die Gerüchte ein. Vergangenen Juli war das, in Stuttgart, als das Bundesschiedsgericht die Auflösung des Landesverbands verhandelte und Zeugen befragte. Aline Wagner kam dabei auf ein Zitat der Parteichefin Frauke Petry zu sprechen. Petry hatte mit Blick auf die Verhältnisse in der Saar-AfD von einem System "family and friends" gesprochen. Zu "family and friends" wolle sie etwas anmerken, warf Aline Wagner ein und sagte mit Blick auf Josef Dörr: "Mir wird oftmals gesagt, wir kannten uns vorher oder was. Ich bin allein in die AfD gekommen und habe niemanden vorher gekannt, auch den Vorstand nicht." Der Schiedsrichter verstand nicht recht, worauf Aline Wagner hinaus wollte. Da assistierte, wie das Protokoll festhält, Josef Dörrs Stellvertreter Lutz Hecker: "Es gibt unsägliche Gerüchte, die insbesondere mit ihrer Person (an Frau Wagner gerichtet) auch zusammen hängen, die sind zum Teil ehrabschneidend."

Aline Wagner sagte dem stern auf Nachfrage, sie stehe in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zu Josef Dörr. Wenige Minuten nach dem kurzen Telefonat rief allerdings Josef Dörr auf Wagners Handy zurück – hörbar aufgebracht. Man werde ihn von einer anderen Seite kennen lernen, drohte der Landeschef, das seien unwahre Gerüchte und was einem einfalle, Frau Wagner darauf anzusprechen. Er hatte offenbar vergessen, dass Aline Wagner und sein Stellvertreter Hecker die Gerüchte selbst in das Verfahren am Bundesschiedsgericht getragen hatten.

Kinder, Nachbar, Frau und Nichte – alles Delegierte

"Family and friends": Falsch lag die Parteichefin Petry mit ihrer Analyse nicht. Während Vater Dörr und dessen Vertraute Aline Wagner in den Landtag einziehen wollen, soll Dörrs Sohn Michael an erster Stelle für den Bundestag kandidieren. Wählen müssen ihn dafür in eineinhalb Wochen die Mitglieder des Landesvorstands und unter anderem die Delegierten des AfD-Kreisverbandes Saarbrücken-Land. Und unter diesen finden sich, kein Witz:

• Josef Dörrs Sohn Michael Dörr

• Josef Dörr

• Josef Dörrs Vertraute Aline Wagner

• Josef Dörrs Sohn Martin

• Josef Dörrs Sohn Roman

• Josef Dörrs Frau Inge

• Josef Dörrs 86-jährige Schwägerin Erna Pontius,

außerdem eine Nichte Josef Dörrs und deren Mann.

Es ist nicht gerade unwahrscheinlich, dass Josef Dörrs Sohn Michael auf den von ihm gewünschten Listenplatz gelangt und von dort in den Deutschen Bundestag gelangt.

"Quasifeudalistische Struktur", der Landesvorsitzende als "Heilsfigur"

Der AfD-Bundesschiedsrichter Thomas Seitz hat sich besonders intensiv mit dem Landesverband Saar auseinander gesetzt. Er hat Akten studiert und Zeugen befragt, er wollte wissen, was dort vor sich gehe. Seitz, ein Jurist, schreibt in seiner Stellungnahme von einem "System Dörr". Dieses System bestehe "im Sinne einer quasifeudalistischen Struktur, in dessen Zentrum Josef Dörr als Heilsfigur steht, dem die Angehörigen seines Lagers in Art eines mittelalterlichen Lehensverhältnisses persönlich zur Treue verpflichtet fühlen. Deswegen wird Josef Dörr, dort wo er auftaucht, als Versammlungsleiter und ohne Gegenkandidat gewählt, weil bereits ein Antreten gegen Josef Dörr einen Treuebruch darstellte."

"Quasifeudalistische Struktur", Dörr als "Heilsfigur", gegen den anzutreten einen "Tabubruch" darstelle: Zu diesem Urteil kommt kein politischer Gegner, sondern, nach intensiver Analyse, ein Parteifreund.

Doch Dörr und die Seinen sind damit bisher trotz allem durchgekommen, bis zur Landtagswahl an diesem Sonntag und wohl auch darüber hinaus. Die Umfragewerte der AfD sanken zuletzt auch im Saarland deutlich, liegen aber stabil über der Fünf-Prozent-Hürde.

Petry zeigt klare Kante – und macht sich dann ganz klein

Im Grunde können sich Josef Dörr, Rudolf Müller und ihre Leute in diesen Tagen ins Fäustchen lachen. Am Dienstagabend kam sogar Frauke Petry zu ihnen ins Saarland gereist. Petry verachten sie in der Dörr-AfD, weil sie ihnen mit der Auflösung hart zugesetzt hat. "Mobbing gegen Missliebige" unterstellte Rudolf Müller ihm auf einem Flugblatt, das er an AfDler aus dem ganzen Bundesgebiet verteilen ließ.

Und Petry ließ nicht locker. Sie habe "erhebliche Zweifel an der Integrität von maßgeblichen Teilen des Landesvorstandes", mailte die Parteichefin allen knapp 26.000 AfD-Mitgliedern noch vergangenen Oktober, als das Bundesschiedsgericht den Landesverband Saar bestehen ließ. Petry forderte Josef Dörr in der E-Mail auch auf, "mit Rücksicht auf die Gesamtpartei" nicht an der Landtagswahl teilzunehmen.

Nun machte die Bundesvorsitzende sich ganz klein. Bei der Wahlkampfveranstaltung in Homburg rief sie brav dazu auf, die Saar-AfD zu wählen.

Endlich funktionierende Annotationen

Eine technische Schwärmerei, die mich im Februar 1993 (Annotationen von Fermat lagen in der Luft) zur Installation von Marc Andreessens erstem Browser Mosaic brachte, der nach meiner Erinnerung bereits Annotationen in Kombination mit dem CERN-Web-Server anbot, heute nun mit WordPress, vorige Tage standardisiert vom W3-Konsortium:

Web Annotations are Now a W3C Standard, Paving the Way for Decentralized Annotation Infrastructure

photo credit: Green Chameleon

Web annotations became a W3C standard last week but the world hardly noticed. For years, most conversations on the web have happened in the form of comments. Annotations are different in that they usually reference specific parts of a document and add context. They are often critical or explanatory in nature.

One of the key differences between comments and web annotations, according to the new standard, is that annotations were designed to be decentralized, creating “a new layer of interactivity and linking on top of the Web.” Comments are published by the publisher at the same location as the original content, but web annotation content is owned by the reader. Annotations don’t have to be published on the original content. The reader has the choice to publish using an “annotation service” or their own website.

Doug Schepers, former Developer Relations Lead at W3C, described the difference between annotating and commenting on an episode on The Web Ahead podcast:

When a comment is at the bottom of a page, it’s so abstracted out from the rest. They get off track, they start talking about other things that have nothing to do with the original article. If it’s an even vaguely political topic, you’ve got the partisans jumping in, yelling at one another, how they’re all idiots. You lose track with the content of the article. There’s this viscerality, this immediacy, of actually commenting on something in its context.

Do people want to annotate the web? Popular implementations of this concept, such as Genius Web Annotator and Medium’s annotation-style commenting, show that people enjoy interacting on the web in this way. The W3C Web Annotation Working Group’s goal in standardizing the technology behind web annotations was to produce a set of specifications for “interoperable, sharable, distributed Web Annotation architecture,” enabling healthy competition between services and discouraging publisher lock-in.

Decentralization is critical to unlocking the full potential of annotations on the web. If commenters have control of their own content, they have the freedom to publish it wherever they like. Open comments sections can sometimes offer the illusion of discourse, but are ultimately under the control of the publisher. This is obvious if you’ve ever seen a controversial blog post, which should undoubtedly have comments with varying viewpoints, but the only comments published are those in agreement with the author.

“This notion that whoever controls the original source also controls the dialog – that’s dangerous,” Schepers said. “This is why I like the idea of annotations. It’s inherent in the idea of annotations, this indie web aspect of, ‘I want to control what I say, what channels it goes out to.’ I can’t control who puts it into a different channel but I can control what channels I try to put it out into. I can actively publish in multiple channels.”

Hypothesis Plugin Brings Web Annotations to WordPress

Hypothesis is a non-profit organization that is building an open platform for annotation on the web, based on the Annotator.js library. It allows readers to highlight text and select whether they want to annotate it or highlight it.

The Hypothes.is community has an ecosystem of tools and integrations for various technologies and publishing platforms, including WordPress. The Hypothesis plugin on WordPress.org offers the same functionality that you see on the Hypothesis website with the ability to select text and have a sidebar slide out for taking notes. Annotation requires an account with Hypothesis. You can test it by pasting any link into the tool on the Hypothesis homepage.

The mission of the Hypothesis project is “to bring a new layer to the web” that enables conversations on top of the world’s collected knowledge. The project also allows you to publish annotations privately, creating your own personal notebook of observations as you surf the web.

The Hypothesis plugin allows users to customize the defaults and behavior and control where it’s loaded (front page, blog page, posts, pages, etc.) Highlights can be on or off by default and the sidebar can be collapsed or open. Annotations can also be enabled on PDFs in the Media Library. Hypotheses can be allowed/disallowed on a list of specific posts or pages, which is helpful for sites where the author may only want annotation on scholarly material.

Hypothesis Aggregator is another plugin for WordPress that offers a shortcode with different parameters for displaying annotations from the service. It allows site owners to display a collection of annotations from a certain user or topic.

[hypothesis user = 'kris.shaffer']

[hypothesis tags = 'IndieWeb']

[hypothesis text = "Domain of One's Own"]

[hypothesis user = 'kris.shaffer' tags = 'IndieEdTech']

The output includes a link to the original content, the highlighted text, the annotation, and the person who curated it.

Kris Shaffer, the plugin’s author, is considering adding support for multiple tags (in both AND and OR configurations) as well as the ability to embed a single annotation in a post, like users can with a tweet.

The Hypothesis network of annotators is growing, along with the vast collection of knowledge that is getting linked and added every day. The service just completed a record month with nearly 6,000 annotators contributing content.

Members of the Hypothesis team are principal contributors to the Annotator project and the organization was also deeply involved in the effort to make web annotations a W3C standard. The Hypothesis community tools are quite frequently used in the context of scholarly or academic dialogue, but the app aims to bring annotation to all types of websites, including news, blogs, scientific articles, books, terms of service, ballot initiatives, legislation, and more.

In a presentation at the Personal Democracy Forum in 2013, Dan Whaley, founder and CEO of Hypothesis, described the organization’s motivation behind annotating all of the web’s collective knowledge:

Think back 1,000 years, reflect on the key documents produced over that time, like the Magna Carta in 1215 or the Declaration of Independence, for which we only have the document itself. What we’re missing are the notes passed between co-authors in the drafting, the reviews by others providing feedback on early versions. We lack the perception by the public immediately after and most of the fine-grained citations, quotations, and reuse in the intervening years. Those incessant arguments about why the founding fathers chose this or that particular phrasing – what if we had a much better idea, the direct record of their internal deliberations? There’s no shortage of things to annotate, and there’s more knowledge being created per minute now than ever before – laws, scientific articles, news, books, tweets, data …but our tools are crude, balkanized, ill-preserved, and even then only available on a small minority of what’s important.

The idea of web annotations is to capture the surrounding conversation that doesn’t necessarily fit into traditional comments, preserving it in a way that is open, sharable, and cooperates nicely with other technologies using the web’s standard.

What Does the W3C Standard Mean for the Future of Annotations?

Web annotation seems to promote more critical thinking and collaboration but it’s doubtful that it would ever fully replace commenting systems. The two serve different purposes and it’s more likely that annotations will serve to supplement conversations on the web. Not everyone is fond of the current implementations of annotation UI, which require visitors to keep clicking on things as they are reading.

Despite being first being introduced to the web in the Mosaic browser prototype in 1993, annotation tools are still in their infancy. In a post announcing Andreessen Horowitz’s $15 million investment in Rap Genius, Marc Andreesen describes how the technology was almost built into the first web browser:

“Only a handful of people know that the big missing feature from the web browser – the feature that was supposed to be in from the start but didn’t make it – is the ability to annotate any page on the Internet with commentary and additional information.”

The implementation was pulled not too long after, because they didn’t have the capabilities required to host all the annotations and have it scale. For the past 24 years, various companies and organizations have taken a stab at bringing this feature back to the web – all with varying approaches that don’t necessarily play well together. That’s why the W3C standard is an important development.

“While Hypothesis and others are already enabling annotation to take place over any page on the Web, a standard means that there is additional incentive for browser vendors to include this functionality natively,” Dan Whaley said. “The more that these new collaborative layers are present without any additional action on the part of the user, the more their use will grow.”

Whaley also said the new W3C standard should send a strong signal to those who have developed proprietary annotation implementations, such as Genius, Readcube, Medium, and Amazon (Kindle).

“These technical recommendations have the weight of the web community behind them and can be relied upon,” Whaley said. “Our hope is that the standard will not only encourage others to adopt its technical approach, but also ultimately to open their platforms.”

In an ideal world, Doug Schepers sees annotation as a feature that is “baked straight into the web,” where all users can choose where their content is published. Annotation services would then offer the ability for users to choose which syndicators and aggregators the content is going out to. Publishers in turn would have the ability to consume annotation content and bring it back through their commenting system if they feel it adds value.

“We can refine things over time,” Schepers said. “We can improve our culture over time. It sounds kind of lofty and maybe sort of abstract, but I think that’s what annotations can help us do. It can actually increase the growth of ideas and not the suppression of ideas. It can improve how we create our culture in a more conscious way, in a way that includes more critical thinking.”

Schepers said it’s too soon to know how the future will unfold for web annotations and whether or not browsers will be interested in supporting them natively. Annotations may be relegated to live in script libraries forever if they don’t catch on with browsers. Like any new layer of interaction on the web, it’s worth building to see how the initial idea evolves based on where the users take it.

“I don’t know what’s going to happen with annotations,” Schepers said. “That’s what I’m excited by. I can think of all sorts of things that might happen with annotations if we truly enable this, but I’m more looking forward to the things that I didn’t see coming at all.”


Hypothesis Aggregator

Be careful with this plugin on newer versions of WordPress >4.7 as the shortcode was throwing a fatal error on pages on which it appeared.

p.s.: First!

Kris Shaffer, the plugin’s author

Here’s his original post announcing the plugin. #

Web annotation seems to promote more critical thinking and collaboration but it’s doubtful that it would ever fully replace commenting systems.

But why not mix annotations and comments together the way some in the IndieWeb have done?! A few people are using the new W3C recommendation spec for Webmention along with fragmentions to send a version of comments-marginalia-annotations to sites that accept them and have the ability to display them!

A good example of this is Kartik Prabhu’s website which does this somewhat like Medium does. One can write their response to a sub-section of his post on their own website, and using webmention (yes, there’s a WordPress plugin for that) send him the response. It then shows up on his site as a quote bubble next to the appropriate section which can then be opened and viewed by future readers.
Example: https://kartikprabhu.com/articles/marginalia
For those interested, Kartik has open sourced some of the code to help accomplish this.

While annotation systems have the ability to overlay one’s site, there’s certainly room for serious abuse as a result. (See an example at https://indieweb.org/annotation#Criticism.) It would be nice if annotation systems were required to use something like webmentions (or even older trackback/pingbacks) to indicate that a site had been mentioned elsewhere, this way, even if the publisher wasn’t responsible for moderating the resulting comments, they could at least be aware of possible attacks on their work/site/page. #

This reply was originally published at BoffoSocko.com.

Report


N.B. The Hypothesis Aggregator plugin has now been patched for 4.7+ as well as php 7.0 which was part of the problem.

Report

Zeit/Christian Heinrich: Streit

Kommunikation: Streit

In der Familie, im Beruf, unter Freunden, über persönliche oder politische Themen. Die besten Strategien, Methoden und kleinen Tricks, um zu gewinnen
Streit kann die Welt retten, wenn man weiß, wie er tickt. © Fanatic Studio/Getty Images

Schon was Sie in den nächsten drei Absätzen lesen werden, kann Ihre Kommunikation mit Ihrem Partner, Ihren Freunden und Ihrem Chef grundlegend verbessern. Dazu brauchen Sie jetzt eine gewisse Offenheit. Dass Sie die haben, dafür stehen die Chancen gut: Als Leserin oder Leser des ZEIT Wissen-Magazins sind Sie laut Marktforschung besonders reflektiert und auch bei heiklen Themen eher unvoreingenommen. Daher können auch wir ganz offen mit Ihnen sein. Pegida. Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" sind ohne Zweifel ein problematischer Verein. Aber an den Sorgen ist ja auch etwas dran. Wie an dieser, geäußert von einer 72-jährigen Pegida-Demonstrantin aus Dresden: "Für uns ist kein Geld da, nicht für Schwimmbäder, nicht für Kultur, aber Millionen werden für Asylanten lockergemacht."

Keine Sorge. Platter Populismus, das sehen wir in Wirklichkeit genauso. Wir wollten nur etwas ausprobieren: die Tricks der Argumentation. Wer sie beherrscht, kann andere empfänglicher machen, sogar für offensichtlichen Quatsch.

Entscheidend sind in diesem Fall drei Kniffe. Zum einen die Reziprozität, so nennen Soziologen und Rhetoriker das Prinzip der Gegenseitigkeit. In unserem Fall war es das Zugeständnis, Pegida sei problematisch. Wer seinem Gegenüber in dessen Meinung entgegenkommt, weckt in ihm die Bereitschaft, auch entgegenzukommen. Es ist ein enorm wichtiges Werkzeug, das man braucht, um Kompromisse zu schließen.

Zweiter Trick: die soziale Bewährtheit (social proof). Wenn Menschen, die man schätzt, sich für etwas interessieren oder entscheiden, dann tut man das selbst auch eher. In unserem kleinen Versuch haben wir die Marktforschung erwähnt und Sie dadurch Teil einer Gruppe "unvoreingenommener" ZEIT-Wissen-Leser werden lassen, die offen sind, auch für heikle Themen. Dritter Trick: Exklusivität. "Daher können auch wir offen zu Ihnen sein." Das Ziel: ein gutes Verhältnis aufbauen. Sie sollten sich privilegiert fühlen und uns erwartungsvoll zugewandt sein. So vorbereitet kommt der Schlag.

Dies ist der vierte Absatz. Wenn alles nach Plan lief, ist ein Zwischenziel unseres Versprechens erreicht: Sie haben einen ersten Eindruck bekommen, welchen oft verdeckten Einflüssen die Kommunikation ausgeliefert ist. Damit sind wir beim nächsten Rat fürs gute Argumentieren: Ein großes Ziel zu haben ist nützlich, aber die Annäherung sollte über kleine Schritte erfolgen. Dies war der erste Schritt.

Okay, erst einmal keine Tricks mehr. Bleiben wir trotzdem bei Pegida. Und geben noch ein paar andere Themen dazu: AfD, Donald Trump, Hausarbeit ("Wer räumt die Spülmaschine ein?"), Stuttgart 21, Russland und Ukraine, Gehaltsverhandlungen ("Mein Gehalt ist zu niedrig!"), Flughafen Berlin-Brandenburg, Veganer gegen Fleischesser, Homöopathie gegen Schulmedizin. Fertig ist der Cocktail an Reizthemen. Ein Cocktail, der übel schmeckt, betrachtet man, wie beleidigend die Auseinandersetzungen geführt werden.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT WISSEN Magazin 1/17.

Dabei ist Streiten an sich gut. Der Schweizer Evolutionsbiologe Hugo Mercier von der Université de Neuchâtel sagt sogar, der Mensch sei zum Streiten geboren. Streiten ist ein Weg, um Fehler zu korrigieren, und ein Vehikel des Fortschritts. Zuletzt konnte man allerdings den Eindruck gewinnen, dass in dieser Hinsicht einiges verloren gegangen ist. Das ist ein Problem, denn Streiten ist wichtig, für eine Demokratie ebenso wie für Beziehungen.

Wenn jemand weiß, wie man richtig streitet, dann ist das Sosan Azad. Die 47-Jährige hat in den vergangenen 15 Jahren intensiv beobachten können, wie ein Streit wächst und wirkt, entsteht und vergeht. So lange arbeitet die Vorsitzende des Bundesverbands Mediation als Streitschlichterin und hat in mehr als tausend Konflikten vermittelt: in Dax-Unternehmen zwischen Vorstandsmitgliedern, in Kitas zwischen 4-Jährigen und an der Admiralbrücke in Berlin-Kreuzberg zwischen Anwohnern und Straßenmusikern. Mal ging es um Geld, mal um Religion. Mal wollte einer recht haben, mal forderte ein anderer, dass ein unbedachtes Wort zurückgenommen wird. In einigen Auseinandersetzungen reichten ein paar Minuten Mediation, in anderen zog sich die Schlichtung über Jahre hin.

"Ein Streit ist wie ein Lebewesen, das immer in Bewegung ist", sagt Sosan Azad. In fast jeder Entwicklungsphase dieses Wesens gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, Einfluss darauf zu nehmen: um die eigenen Ziele durchzusetzen, sich zu wehren oder um die wilde Kreatur zu bezwingen.

Die Geburt des Streits

Er: Schön haben wir heute gekocht, war lecker.

Sie: Ja, fand ich auch. Bald wieder!

Er: Wo gehst du hin? Räum bitte erst deinen Teller in die Spülmaschine.

Sie: Mach ich nachher, ich muss erst kurz jemanden anrufen.

Er: Ich will die Spülmaschine aber jetzt anmachen. Es dauert ein paar Sekunden, den Teller in die Spülmaschine zu stellen.

Sie: Wenn es so schnell gemacht ist, warum machst du es dann nicht?

Er: Weil ich nicht einsehe, dein Geschirr wegzuräumen.

Sie: Gestern habe ich deinen Teller auch in die Spülmaschine getan ...

Er: ... weil ich unsere Tochter abholen musste. Das hast du übrigens auch geschickt an mich delegiert, indem du ja angeblich für deine Freundin Johanna da sein musstest.

Sie: Behauptest du damit jetzt, dass ich dich anlüge? Johanna braucht mich wirklich. Ruf sie doch an!

Er: Räumst du jetzt bitte deinen Teller ein? Ich will einfach die Spülmaschine starten.

Sie: So sehr kannst du es ja nicht wollen, sonst hättest du den Teller schon längst abgespült.

Er: Das ist mir zu blöd. Mach du die Küche sauber, wenn du so weit bist. Ich verschwinde.

Ein Streit entsteht, weil es einen Missstand gibt, den mindestens eine der Parteien erkennt. Im Idealfall ist dieser Missstand auch Gegenstand des Streits: Das Paar streitet tatsächlich wegen des Tellers. In den meisten Fällen ist die Sache allerdings komplizierter. "Der Streit ist häufig eine Art Ventil, um etwas zum Ausdruck zu bringen, das mit dem Streitthema nur entfernt zu tun hat", sagt Azad. Vielleicht fühlt er sich von ihr grundsätzlich nicht wertgeschätzt. Vielleicht meint er, dass sie ihn in ihrem Leben hin und her schiebt, wie es ihr gerade passt. An der Frage, wer die Spülmaschine einräumt, entlädt sich der Streit nur.

Besser argumentieren

Jeder Streit hat gewissermaßen eigene Gene. Sie codieren das Problem, das gelöst werden muss. "Die Ursache zu identifizieren, darauf kommt es an", sagt Azad. Das gestaltet sich jedoch oft schwierig, weil ein Streit von Anfang an eine Eigendynamik hat. Derjenige, der vom Streit überrascht wird, reagiert auf eine von drei Arten: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Kampf bedeutet: kontern und Gegenvorwürfe machen. Flucht heißt, äußerlich kaum zu reagieren und auch innerlich die Sache als belanglos abzuspeichern. Und auch beim Erstarren lässt man sich nach außen nichts anmerken, bleibt aber innerlich sauer. Wer erstarrt, der beobachtet und versucht, einen Überblick zu gewinnen. Das ist für die Suche nach dem Problem hilfreich – verschafft einem aber für die aufkommende Diskussionen eine eher ungünstige Startposition.

Grundsätzlich gilt: Ein großes Problem ist eine große Herausforderung – aber auch eine Chance, Missstände gemeinsam anzugehen und Kompromisse zu schließen.

Den Streit entschärfen

Die Streitereien, die Sosan Azad und andere Streitschlichter vorgeführt bekommen, sind die wenigen Fälle, die deutlich aus dem Meer an Meinungsverschiedenheiten herausragen. Ungesehen bleiben dagegen die unendlich vielen Auseinandersetzungen, die tagtäglich nur kurz aufkeimen – und dann wieder vergehen.

Denn nicht selten besteht der Sinn des Streits – vor allem bei temperamentvollen Menschen – nur darin, Dampf abzulassen. Einmal schnell schreien, und schon ist alles gut. Der Rat, eine Ich-Botschaft zu senden, bei der es um die eigenen Interessen geht ("Ich hätte mich gefreut, wenn wir jetzt die Kamera dabei hätten"), ergibt in zahlreichen Situationen wenig Sinn. Er wird von vielen Psychologen inzwischen auch als unauthentisch kritisiert. Um Wut abzulassen, hilft die Du-Botschaft oft besser: "Immer vergisst du, die Kamera einzupacken. Nichts kann man dir überlassen!" Die meisten Menschen können damit umgehen, einmal einen vor den Latz geknallt zu kriegen.

Sosan Azad hat beobachtet, dass die Streitkompetenz zunimmt. Sie sagt: "Konfliktmanagement und Verhandlungskonzepte werden heute schon in der Kita vermittelt. Weiter geht es in der Schule, in der Universität, im Betrieb." Das führt zu einer nie da gewesenen Harmonie: Laut der jüngsten Shell-Studie pflegen mehr als 90 Prozent der Jugendlichen ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Nicht etwa, weil es zwischen den Generationen keine Konflikte mehr gibt, sondern weil sie konstruktiver ausgetragen werden. Entscheidend dafür ist das Bewusstsein für die beiden unterschiedlichen Ebenen, auf denen sich Menschen begegnen können: die der Beziehung und die der Sache. Auf der Beziehungsebene geht es um das Verhältnis der Personen untereinander: "Sie kommen immer erst so spät ins Büro, weil wir Kollegen Ihnen egal sind." Viel problemorientierter und damit konstruktiver hingegen geht es auf der Sachebene zu: "Wir brauchen Sie morgens pünktlich zu der Besprechung, damit wir vorankommen."

Dass die Beziehungsgeflechte nicht nur in privaten Konflikten, sondern auch zwischen Kollegen von der Sache ablenken, ist keine Überraschung. "Wenn zwei oder mehr Menschen fast jeden Tag acht Stunden miteinander verbringen, kennen sie sich manchmal genauso gut wie ihre Partner", sagt Azad. Was hilft? Das Wichtigste ist, die Verstrickung von Enttäuschungen, Erwartungen und der Sachlage zu erkennen. Und dann zu versuchen, nach der ersten, verärgerten Reaktion die Beziehungsebene wieder zu verlassen. Das zugrunde liegende Problem mag damit noch nicht identifiziert sein. Aber der aufkeimende Streit hat die Chance, zu einer konstruktiven Diskussion zu werden.

Besser argumentieren

Kollegin: Ich würde gerne das Fenster öffnen.

Kollege: Du weißt doch, dass mir jetzt schon total kalt ist.

Kollegin: Mir ist warm, und wir brauchen frische Luft. Kannst du nicht einfach deine Jacke anziehen?

Kollege: Meine Finger würden trotzdem noch frieren.

Kollegin: Ja klar, Hauptsache du hast es schön komfortabel. Das geht mir langsam echt auf die Nerven.

Kollege: Ich mache dir einen Vorschlag: Du machst das Fenster jetzt zehn Minuten auf, dafür hilfst du mir dabei, mein Mailprogramm auf dem Firmennotebook einzurichten. Ich habe es eben nämlich versucht, aber nicht hinbekommen.

Kollegin: Einverstanden!

Der kälteempfindliche Angestellte entschärft nicht nur einen Streit – er handelt dabei auch noch etwas für sich heraus. Dabei bedient er sich einer ebenso simplen wie wirkungsvollen Methode: dem Harvard-Konzept. Demnach sollte, wer sich nicht einigen kann, die Verhandlungsmasse vergrößern – weil dann mehr Stoff für eine potenzielle Einigung vorhanden ist. Wenn jemand ein Auto kaufen will, aber den Preis für zu hoch hält, gibt ihm die Werkstatt einfach noch zwei kostenlose Inspektionen dazu. "Das schöne an dieser Methode ist, dass sie sich überall anwenden lässt. Mit dem Partner, im Haushalt, bei der Arbeit. Man muss nur etwas obendrauf legen oder vom anderen fordern, was der leicht bereitstellen kann, und schon bekommt man, was man will", sagt Peter Croonenbroeck, den man getrost als Experten für Durchsetzungsfähigkeit bezeichnen kann: 2010 war er deutscher Meister im Debattieren, heute gibt der studierte Rhetoriker Kurse darüber, wie man andere überzeugt.

Ein anderes Prinzip, das Croonenbroeck in seinen Kursen lehrt: Interessen vertreten statt Positionen. Ein 16-Jähriger möchte in den Schulferien eine Woche nach Italien fahren. Das ist seine Position. Der Vater erlaubt das nicht, weil es an Geld fehlt und er den Sohn nicht so lange allein verreisen lassen will. Nun sollte der Sohn sich der Interessen besinnen, die hinter seiner Position stehen: Er möchte erstens Nächte mit seiner Freundin verbringen, zweitens mit seiner Clique Urlaub machen und drittens nach Italien fahren, weil er Italienisch in der Schule lernt. Diese Einteilung macht ihn flexibler – und lässt ihn vielleicht zumindest erreichen, dass er endlich allein bei seiner Freundin übernachten darf.

Die kleinen Tricks

Noch ein paar mehr Tipps aus dem Erfahrungsschatz des Debattiermeisters:

1. Auf die Zukunft konzentrieren und die vergiftete Vergangenheit hinter sich lassen.

2. Wer sein Gegenüber gut kennt, kann auf das Timing achten. Wann ist jemand besonders nachgiebig, wann schnell genervt? Davon abhängig den Streit eröffnen, fortführen oder pausieren.

3. Beharrlich bleiben. Vorbild Abraham Lincoln. Der hat seine Mutter verloren, drei Söhne, eine Schwester, eine Freundin, er hat wirtschaftlich versagt und acht Wahlen nicht gewonnen – und wurde schließlich doch Präsident der Vereinigten Staaten.

4. Geben Sie der anderen Person das Gefühl, eine Idee sei ihre gewesen. Das schmeichelt – und macht das Überreden leichter. Wer will schon von seiner eigenen Idee abrücken?

5. Reden Sie schneller. Wissenschaftler konnten zeigen: Wer mit einer Geschwindigkeit von 195 Wörtern pro Minute spricht, dem wird eher geglaubt, als dem, der nur 102 Wörter pro Minute sagt.

Und dann will Croonenbroeck noch etwas loswerden, was banal klingt, aber unheimlich wirkungsvoll sein soll: "Versuchen Sie, Ihr Gegenüber wirklich zu verstehen. Wenn ich einen Neonazi treffen würde, dann wäre der naheliegende Gedanke, der sich auch mir sofort aufdrängen würde: Du bist dumm, du bist menschenverachtend, du bist Abschaum." Stattdessen solle man sich klarmachen: Das Baby, als das dieser Mann einst geboren wurde, war weder dumm noch menschenverachtend, noch Abschaum. Viele Dinge sind geschehen im Laufe des Lebens, dass der Mensch nun diese Position vertritt. Ich sollte versuchen, das zu verstehen. Denn: Nur so besteht die Chance, ihn zu überzeugen.

Erst das tiefe Verständnis der Dinge ermöglicht es, überzeugend zu argumentieren. Und Argumentieren gehört zum Menschsein wie das Atmen und Sprechen. "Dreijährige können noch nicht richtig Dreiecke malen oder Gegenstände durchzählen, aber sie beginnen zu argumentieren", sagt der Evolutionspsychologe Hugo Mercier. Seine Forschungsgruppe lud 84 Kinder zwischen drei und fünf Jahren ins Psychologie-Labor ein und spielte ihnen Alltagsszenen mit Playmobil vor. Die Forscher wollten wissen, welche Argumente Kinder besonders überzeugen. Ergebnis: Schon Dreijährige finden zirkuläre Argumente (sich im Kreis drehende Aussagen: "Der Hund ist dorthin gelaufen, weil er dorthin gelaufen ist") weniger überzeugend als Erfahrungsbegründungen ("Der Hund ist dorthin gelaufen, weil ich gesehen habe, wie er in diese Richtung ging"). Als die Kinder allerdings den Zirkelschluss mit einer reinen Tatsachenbehauptung ("Der Hund ist dorthin gelaufen") vergleichen sollten, fanden sie das zirkuläre Argument überzeugender. Interpretation der Forscher: Ein Satz, in dem "weil" vorkommt, ist immer noch besser als gar keine Begründung. Denn das Wort signalisiert Autorität und Dominanz. Viele Kinder kennen das von ihren Eltern: "Du machst das jetzt, weil ich das sage." Hauptsache "weil".

Die kleinen Tricks

"Believe me." Glaubt mir. Auf diese beiden Wörter lasse sich die Kampagne Donald Trumps reduzieren, kommentierte der Boston Globe während des Wahlkampfs zur amerikanischen Präsidentschaftswahl. Auf YouTube waren Videos mit aneinandergereihten "believe me"-Mantras aus Trumps Reden ein Hit. "Ethos" (griechisch für Charakter, Gesittung) hatte Aristoteles diesen Teil der Redekunst genannt: Der Redner versucht, sich als vertrauenswürdig darzustellen. Aristoteles formulierte seine Rhetorik-Theorie vor rund 2.350 Jahren, aber die Erkenntnisse werden heute noch gelehrt. Ethos ist demnach eine von drei Säulen der Rhetorik. Die beiden anderen sind Pathos (der Redner weckt Gefühle bei den Zuhörern) und Logos, also das logische Denken und Argumentieren. Um sein Publikum zu überzeugen, schrieb Aristoteles, brauche man alle drei. Der Unterschied zu heute: Für Aristoteles standen gute Argumente an erster Stelle. Im postfaktischen Zeitalter, so scheint es, ist Logos zweitrangig. Aber stimmt das wirklich?

Zumindest ist der Verstand nicht so verlässlich, wie man meinen mag. So machen Menschen in Verhaltensexperimenten immer wieder den sogenannten Bestätigungsfehler (confirmation bias), was bedeutet: Wir messen jenen Informationen mehr Bedeutung zu, die unsere vorgefassten Meinungen bestätigen. Und wir ignorieren Fakten, die unseren Vorurteilen widersprechen. Wer beispielsweise die Masern-Impfung ablehnt, wird in einer Diskussion eher die Geschichten über Impfschäden erzählen als Statistiken der Behörden zitieren.

Viele Psychologen und Ökonomen halten den Bestätigungsfehler für einen Denkfehler. Das Bauchgefühl überliste den Verstand, das Ergebnis sei eine verzerrte Sicht auf die Wirklichkeit. Mercier ist anderer Meinung. "It’s not a flaw, it’s a feature", sagt er, es ist kein Fehler, sondern ein Vorteil. Zumindest für Steinzeitmenschen, die eine schlechte Kommunikation womöglich mit dem Tod bezahlten. Denn der Bestätigungsfehler hilft, andere zu überreden. Wer von seiner eigenen Meinung überzeugt ist und Informationen selektiv auswählt, kann andere besser mitreißen.

Diese evolutionspsychologische Sicht auf das Streiten ist einigermaßen ernüchternd, denn die Wahrheit scheint zweitrangig zu sein. Haben wir vom Urmenschen die Lizenz zum Lügen geerbt? War Immanuel Kant eine evolutionäre Panne? Nein, sagt Mercier. Es mache nämlich einen Unterschied, ob man selber redet oder aber zuhört. Der Redner spielt gerne mal unfair. Aber der Zuhörer prüft Argumente auf ihre Stimmigkeit, auch wenn er den Redner für glaubwürdig hält. Wie gelangt man in diesem Dickicht aus Fehleinschätzungen, Lügen und Tricks nun zu einem Kompromiss? "Auf den anderen aktiv zugehen", rät Croonenbroeck. "Das geht zum Beispiel ganz gut mit dem Satz: 'Tut mir leid, wie es gelaufen ist.' Dabei gesteht man keine Schuld ein, schafft aber doch eine persönliche Ebene."

Vom Sieger zum Verlierer

Wer in einer Machtkonstellation am längeren Hebel sitzt, sollte diesen bei einem Streit nicht voll ausnutzen. Angenommen, ein Mitarbeiter geht zu seiner Chefin und bittet darum, seine Arbeitszeit von 100 auf 80 Prozent zu reduzieren, weil er seine kranke Mutter pflegen möchte. Die Chefin aber weiß, dass sie auf den Arbeitsvertrag pochen kann und beharrt auf 100 Prozent. Es ist ihr Recht, und vorerst wird sie den Streit als Sieger verlassen. Einen Gefallen tut sie sich damit aber nicht.

Stufen der Eskalation

"Macht ist nichts Statisches, sondern etwas Dynamisches", sagt die Mediatorin Sosan Azad. Jeder, der sie besitzt, muss immer auch für Brennholz sorgen, damit dieses Feuer der Macht weiterbrennt. Zum Beispiel braucht es dafür Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Ist ein Angestellter unmotiviert, wird er weniger schaffen. Auch, wenn er zu 100 Prozent anwesend ist. Die Machtunterschiede in einem Streit sollten also nicht überschätzt werden. Weder von dem vermeintlich Mächtigen, noch von dem, der sich schwach fühlt. Am Ende ist ein Kompromiss für alle Seiten das Beste.

Stufen der Eskalation

Dialog einer WhatsApp-Fußball-Gruppe:

Johannes: Weil Tim wieder mal nicht gekommen ist, musste jeder von uns zwei Euro mehr zahlen. Ich fände es mehr als gerecht, wenn Tim dieses Mal auch bezahlt, selbst wenn er nicht da war.

Tim: Mache ich, aber wenn ich das nächste Mal wieder mitspiele, zahlst Du meinen Anteil mit.

Peter: Warum sollte ich?

Tim: Schmerzensgeld, weil ich mit einer Schnecke wie Dir Fußball spielen muss.

Peter: Hey, Du Arschloch, ich lasse mich nicht von Dir beleidigen.

Tim: Ich sage nur die Wahrheit. Ich finde, Du solltest selbst kapieren, dass Du zu schlecht für unsere Runde bist.

Peter: Ach ja? Und ich finde, wenn einer jedes zweite Mal nicht aufkreuzt, ohne abzusagen, dann braucht er auch gar nicht mehr zu kommen. Was meinen denn die anderen hier in der Gruppe dazu?

Ein Konflikt kann abschreckend wirken wie ein Minenfeld oder anziehend wie ein Magnet. "Wenn es um etwas geht, das jeden betrifft, dann bilden sich bald Koalitionen", sagt Azad. Mit unterschiedlichen Folgen. Eine gemeinsame Front kann schnell auch ein Gruppengefühl erzeugen und motivieren, siehe Pegida und AfD. Aber wenn sich in einem Großraumbüro die Mitarbeiter in zwei Gruppen aufteilen und gegeneinander intrigieren, kann die Produktivität rasch sinken. Und wenn es eine Bühne und ein Publikum gibt, sei es eine Talkshow mit Millionen Zuschauern, ein Pausenhofgerangel oder eine WhatsApp-Gruppe, kann ein Streit auch zum Selbstzweck werden: Er sorgt für Unterhaltung. "Das ist in Büros, wo alle mit der Arbeit unzufrieden sind, oft eine willkommene Ablenkung", sagt Azad. "Wer den Konflikt beilegen will, steht dann oft alleine da. Die anderen verteidigen den Missstand frei nach dem Motto: Weg mit deiner Lösung, das ist der Tod meines Problems." Gute Voraussetzungen dafür, dass der Streit nun erst recht entbrennt.

Neun Eskalationsstufen hat der österreichische Konfliktforscher Friedrich Glasl definiert. Schon auf Stufe drei, Glasl nennt sie "Taten statt Worte", wird nicht mehr nur gesprochen, sondern gehandelt. Im Fußballbeispiel wäre das: wenn Tim den Peter aus der WhatsApp-Gruppe wirft. Auf Stufe fünf und sechs wird der Gegner dämonisiert, es kommt zu Drohungen und Erpressungsversuchen. Auf Stufe sieben will man dem anderen nur noch schaden, Daten werden gelöscht, E-Mails fingiert. Auf Stufe acht ist der Feind bereits derart verhasst, dass man ihn vernichten will. Wirtschaftlich, materiell, psychisch. Auf Stufe neun wird dafür sogar der eigene Untergang in Kauf genommen. Der Antrieb einer solchen Eskalation: Macht, Eifersucht, Ungerechtigkeit.

Sogar auf höheren Eskalationsstufen funktioniert noch einiges von dem, was auch in Diskussionen angeraten ist. Zum Beispiel die Gegenseitigkeit: Ich komme auf dich zu, also komm du auch auf mich zu. Es gibt allerdings einen Punkt, ab dem jede Aktivität des anderen als negativ gewertet wird. Ein Freundschaftsangebot wird als Falle wahrgenommen. Ein Eingeständnis als Taktik. Das Wichtigste zum Thema Eskalation sei deshalb, sagt Azad, die Prävention. "Es gar nicht so weit kommen lassen. Früh auf den anderen zugehen." Berühmtes Beispiel: Nelson Mandela, der nach fast 30 Jahren Haft mit dem Feind, dem damaligen Führer der Apartheid-Regierung, Frederik de Klerk, zusammengearbeitet hat. Oder jüngst Barack Obama, der nach dem schmutzigen Wahlkampf ankündigte, Donald Trump den Amtseintritt so leicht wie möglich zu machen.

Das Ende eines Streits

"Wenn ich so darüber nachdenke: Ja, du hast recht." Ein solcher Satz fällt selten zwischen zerstrittenen Eheleuten. In einer Stammtischatmosphäre hört man ihn noch seltener, und in einer Talkshow im Fernsehen fällt er nie. Schließlich gibt niemand gerne offen zu, dass er oder sie sich geirrt hat. Vor Zuschauern fällt der Rückzug noch schwerer. Es ist das Eingeständnis einer Niederlage und wirkt wie eine Schwäche. Sozan Azad hält das für einen Irrglauben, das Gegenteil sei der Fall: "Wer selbstkritisch ist, zeigt Stärke, Mut und charakterliche Größe. Stellen Sie sich einmal vor, wenn ein Politiker das bei einer Talkshow machen würde: dem Gegenüber umfassend recht geben. Er würde gefeiert werden von den Menschen."

Wenn ein Streit im Einvernehmen endet, dann ist das laut Azad mehr als einfach nur erfreulich. "Oft wurde tatsächlich ein Problem aus der Welt geschafft oder zumindest verkleinert", sagt sie. Das bedeutet auch: "Die Haltung ändert sich, man sieht eine gemeinsame Zukunft und behandelt sich dementsprechend." Aber auch beim Ausgang eines Streits gibt es Abstufungen. Ob er von Enthusiasmus oder zähneknirschendem Respekt geprägt ist, liegt natürlich auch am Verlauf des Streits. Es ist daher ratsam, schon zu Beginn und während eines Streits daran zu denken, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann mal wieder miteinander zu tun haben wird – und zu verhindern, dass Wunden entstehen, die lange brauchen, um zu heilen. "Man sollte auch im Ärger stets darauf achten, nichts zu sagen, was man später bereut", sagt Azad. "Denn das Gesagte lässt sich niemals vollständig ungesagt machen." Worte seien wie Zahnpasta. Ist sie einmal draußen, kriegt man sie nicht wieder zurück in die Tube.

Mitarbeit: Max Rauner

Die Quellenangaben zum ZEIT-Wissen-Artikel finden Sie hier.

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As of Mar 14, 2017 dmoz.org will no longer be available.

Mittwoch, 1. März 2017

DMOZ, 1998–2017

Das letzte große händisch gepflegte Webverzeichnis DMOZ (ex Open Directory Project, ODP) wird zum 14. März 2017 geschlossen.

Obwohl die Nachricht schon seit gestern durch ein paar Blogs ging, sind die großen Nachrichtenportale noch nicht eingestiegen. Natürlich. Sie schreiben alle über die Mobilfunkmesse in Spanien, während das Web stirbt. Deshalb ja. Wie passend. Und es gibt noch nicht einmal eine offizielle Ankündigung des Betreibers AOL zu alledem, nur eine Site-Notice:

As of Mar 14, 2017 dmoz.org will no longer be available.

Vielleicht bringen sie dann in zwei Wochen einen Nachruf.

Und es ist ganz sicher auch kein Zufall, daß ausgerechnet die SEO-Schreiber den Tod von DMOZ als erste melden.

Wie unwürdig für so ein wahres Schlachtschiff im World Wide Web, auf das ich auch zuletzt immer wieder zurückgegriffen hatte. Wer an einer Fortführung interessiert ist, kann hier eine Umfrage als Google-Formular ausfüllen und sich melden.

Nachtrag:

blog.dmoz.org ist auch schon offline.

Und die weitere Diskussion im Forum dreht sich um die Zukunft:

Nachtrag 2:

Archivalia und ghacks.net berichten auch, ersterer mi teinem ausführlichen Rückblick, aus der die Bedeutung der Webverzeichnisse für die Recherche vor dem Aufkommen der Suchmaschinen hervorgeht.

Nachtrag 3:

Seit dem 21. März 2017 ist DMOZ tatsächlich nicht mehr erreichbar. R.I.P.

  • plautze

    • 01.03.17 23:27

    Das ist heftig, zumal ich da früher selber mitgemacht habe (als Editor für Luxemburg -> Travel and Transportation -> Tourism
    Da sieht man wie leicht es ist, dem fertigen Einheitsbrei der Klick-mich-Gesellschaft anheim zu fallen statt selbst zu gestalten.
    Bin (im Rahmen meiner Möglichkeiten) dabei, da muss man gegenhalten!

Über 1000 Magento-Onlineshops infiziert und angezapft

Über 1000 deutsche Online-Shops infiziert und angezapft

Ronald Eikenberg

Bei über tausend deutschen Online-Shops ziehen Kriminelle jetzt gerade Kundendaten und Zahlungsinformationen ab – und das zum Teil schon seit Monaten. Laut BSI ignorieren viele Shop-Betreiber das Problem.

Über tausend deutsche Online-Shops wurden laut BSI-Informationen so manipuliert, dass Kundendaten und Zahlungsinformationen beim Bestellvorgang an Online-Kriminelle weitergeleitet werden. Betroffen sind Shop-Betreiber, welche die Online-Shop-Software-Magento in veralteten und akut angreifbaren Versionen einsetzen: Darin klaffen kritische Sicherheitslücken, durch die Angreifer beliebigen Code in die Shops einschleusen können.

Beispiel für den eingeschleusten Skimming-Code
Beispiel für den eingeschleusten Skimming-Code Vergrößern
Bild: Willem de Groot
Und das tun sie auch: Laut Informationen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben Angreifer in über 1000 deutsche Webshops so JavaScript-Code mit Skimming-Funktion eingebunden. Während des Bestellvorgangs leitet der Code die eingegebenen Kundendaten einschließlich Zahlungsinformationen an die Täter weiter.

Shop-Betreiber wurden im Oktober informiert

Bereits im Oktober wurden die Ausmaße des Problems bekannt, nachdem der niederländische Sicherheitsexperte Willem de Groot hunderttausende Magento-Shops auf die Infektion hin untersucht und seine Ergebnisse veröffentlicht hatte. Er stieß weltweit auf fast 6000 infizierte Shops, darunter über 500 aus Deutschland. Das CERT-Bund des BSI bat daraufhin die zuständigen Provider darum, die betroffenen Kunden über das akute Problem zu informieren.

Leider fruchtete diese Maßnahme offensichtlich nicht: Die Zahl der betroffenen deutschen Shops hat seitdem stark zugenommen. Darunter befinden sich viele, die das CERT-Bund im Oktober kontaktiert hatte. "Aktuellen Erkenntnissen zufolge wurde diese Infektion von vielen Betreibern bis heute nicht entfernt oder die Server wurden erneut kompromittiert. Die von den Angreifern ausgenutzten Sicherheitslücken in Magento wurden von den Shop-Betreibern trotz vorhandener Softwareupdates offenbar nicht geschlossen", erklärt das BSI in seiner Pressemitteilung.

Online-Check findet Skimmer

Der Online-Dienst MageReport spürt den Skimming-Code in infizierten Magento-Installationen auf und warnt vor weiteren Gefahren.
Der Online-Dienst MageReport spürt den Skimming-Code in infizierten Magento-Installationen auf und warnt vor weiteren Gefahren. Vergrößern
Ob der eigene Shop betroffen ist, kann man über den Security-Check MageReport.com herausfinden. Das Tool klopft den Shop auf bekannte Sicherheitslücken ab, checkt, ob wichtige Security-Patches installiert sind und kann sogar den Skimming-Code der Online-Gavonen entdecken. MageReport empfiehlt betroffenen Shop-Betreibern die Notfall-Anleitung How to fix malicious JavaScript Credit card Hijack? des Magento-Hosters Hypernode.

Betreiber sind zur Absicherung verpflichtet

Grundsätzliche sollte jeder Betreiber eines Magento-Shop regelmäßig sicherstellen, dass die Installation auf dem aktuellen Patch-Stand ist. Online-Shops sind ein attraktives Ziel für Kriminelle, wie auch der aktuelle Fall zeigt. Das BSI weist darauf hin, dass Betreiber von Online-Shops nach § 13 Absatz 7 des Telemediengesetzes verpflichtet sind, "ihre Systeme nach dem Stand der Technik gegen Angriffe zu schützen. Eine grundlegende und wirksame Maßnahme hierzu ist das regelmäßige und rasche Einspielen von verfügbaren Sicherheitsupdates." Dies betreffe nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen oder Vereine, "wenn mit deren Betrieb dauerhaft Einnahmen generiert werden sollen. Dies wird bereits dann angenommen, wenn auf Websites bezahlte Werbung in Form von Bannern platziert wird."

Der oben beschriebe JavaScript-Skimmer ist bei weitem nicht der einzige Schädling, den Betreiber veralteter Magento-Installation fürchten müssen: Auch die Magento-Malware Visbot ist sehr verbreitet. Im Gegensatz zu dem JavaScript wird er direkt auf dem Server ausgeführt und ist schwieriger zu entdecken. (rei)

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