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Saarland-AFD: Niveaulimbo mit Hakenkreuz, verdörrt-sprießender Vetternwirtschaft und BND-Schwester

Saarland-AFD: Unerträglicher Niveaulimbo mit NS-Devotionalienhandel, Dörr-Goldfasanen-Vetternwirtschaft, braun-pensioniertem Schuldirektor und BND-Schwester des unsäglichen NSA-Versagers Gerhard Schindler.

AfD im Saarland: Wo peinlich ein Kompliment wäre

Die AfD ist sicher nicht überall gleich. Im Saarland allerdings gibt sie vor der Landtagswahl am Sonntag ein erbärmliches Bild ab. Das zeigt auch eine Analyse des Bundesschiedsgerichts der Partei. Dort zieht man sogar Vergleiche mit dem Mittelalter.

Frauke Petry (Archivbild) hatte ihre Probleme mit dem System "family and friends" der Saar-AfD. Kurz vor der Landtagswahl im Saarland scheint das vergessen. 

Frauke Petry (Archivbild) hatte ihre Probleme mit dem System "family and friends" der Saar-AfD. Kurz vor der Landtagswahl im Saarland scheint das vergessen. 

Eine knappe Million Einwohner hat das Saarland, es ist so groß wie ein Landkreis, soll der frühere SPD-Politiker Johannes Rau mal gesagt haben. Und doch besitzt die Wahl an diesem Sonntag eine hohe Bedeutung. Hier will die CDU ihren Abwärtstrend bei Landtagswahlen stoppen. Die SPD will zeigen, dass sie mit Martin Schulz nicht nur in Umfragen gewinnt. Die Grünen kämpfen gegen den Absturz, die FDP ringt um den Aufstieg.

Die AfD möchte am Sonntag ihren Siegeszug fortsetzen und in das nächste Landesparlament einziehen. Ein Selbstläufer ist der Weg in den Landtag diesmal allerdings nicht, und dafür hat der Landesverband Saar selbst gesorgt: In keinem anderen Bundesland agiert die AfD auf derart niedrigen Niveau.

Die Saar-AfD fällt vor allem unangenehm auf, und das durchaus bundesweit. Vor einem Jahr wurde sie komplett aufgelöst, nachdem der stern enthüllt hatte, dass die beiden Chefs Kontakte zu Neonazis gepflegt hatten. Eine Mehrheit des Bundesparteitags der AfD sprach sich anschließend ebenfalls für die Auflösung aus. Das Bundesschiedsgericht der Partei musste entscheiden und beurteilte die Maßnahme als zu hart. Die Saar-AfD wurde gerüffelt, durfte aber weitermachen.


Die Hakenkreuz-Affäre des Spitzenkandidaten

Auch ihr Spitzenkandidat für die Landtagswahl, der 65-jährige Rudolf Müller, brachte es deutschlandweit in die Schlagzeilen. Das war, als das ARD-Magazin "Panorama" und der stern aufdeckten, dass Müller in seinem Laden in Saarbrücken "KZ-Geld" anbot und Hakenkreuzorden vertickte, teilweise ohne das Hakenkreuz abzukleben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelte, stellte die Ermittlungen kürzlich aber ein. Dafür versucht der saarländische Justizminister über eine Bundesratsinitiative zu erreichen, dass Leute wie Müller nicht mehr länger mit NS-Devotionalien handeln dürfen.

Rudolf Müller rechnet bei der Landtagswahl, das teilte er der "Saarbrücker Zeitung" mit, für seine Partei mit einem "deutlich zweistelligen Ergebnis". Er selbst kommt im Wahlwerbespot der Saar-AfD allerdings nur wenige Sekunden zu Wort. Offenbar sehen es die Planer der Kampagne als eher hinderlich an, mit einem Spitzenkandidaten zu werben, der auch mit Nazi-Orden Geld verdient.

Müllers Frau Monika hingegen durfte sich in dem Werbefilm gut ausgeleuchtet auf einem Sessel präsentieren. Die Schwester des früheren BND-Präsidenten Gerhard Schindler steht zwar auf einem Listenplatz weit hinten, äußert sich in dem Spot aber trotzdem doppelt so lange wie ihr Gatte.

Notmaßnahmen wie "intensives Coachen" und "Rücktritt"

Was der wiederum in einer Diskussionsrunde mit anderen Spitzenkandidaten Mitte Januar von sich gab, beunruhigte selbst AfD-Mitglieder. Sie wandten sich nach dem öffentlichen Auftritt schriftlich an den Landesvorstand, schlugen Notmaßnahmen von "intensivem Coachen" bis zum "Rücktritt" Müllers als Spitzenkandidat vor. "Niemand kann alles wissen, aber er sollte wenigstens etwas Konkretes sagen", schrieb ein Parteifreund über Müllers Auftritt, ein anderer meinte: "Wenn wir sonst keine guten Alternativen als Politiker haben, sollten wir lieber nicht antreten."

Müller nahm dann, immerhin, an der öffentlichen Diskussionsrunde der Spitzenkandidaten für die Saarland-Wahl nicht teil, zu der ihn der Radiosender "Salü" eingeladen hatte. Auch ein Einzelinterview, wie es die Hörfunk-Redaktion des Saarländischen Rundfunks mit jedem Spitzenkandidaten führte, verweigerte er. Die Spitzenkandidatur selbst ließ er sich aber nicht nehmen.

Noch etwas knapper als Müller äußert sich in dem Wahlspot der Saar-AfD Aline Wagner. Die AfD-Politikerin, die es ohne jemals politisch auch nur aufzufallen auf einem aussichtsreichen Listenplatz brachte, steht dem Landeschef Josef Dörr nahe. Und weil im kleinen Saarland wenig unkommentiert bleibt, wabern Gerüchte über die Art der Beziehung des 78-Jährigen pensionierten Schulleiters und der 30-jährigen Justizvollzugsbeamtin durch die Partei, mündlich, aber auch schriftlich vorgetragen.

"Unsägliche Gerüchte ... zum Teil ehrabschneidend"

Aline Wagner, deren Gesicht auf das Wahlkampfauto der Saar-AfD geklebt ist, ging selbst auf die Gerüchte ein. Vergangenen Juli war das, in Stuttgart, als das Bundesschiedsgericht die Auflösung des Landesverbands verhandelte und Zeugen befragte. Aline Wagner kam dabei auf ein Zitat der Parteichefin Frauke Petry zu sprechen. Petry hatte mit Blick auf die Verhältnisse in der Saar-AfD von einem System "family and friends" gesprochen. Zu "family and friends" wolle sie etwas anmerken, warf Aline Wagner ein und sagte mit Blick auf Josef Dörr: "Mir wird oftmals gesagt, wir kannten uns vorher oder was. Ich bin allein in die AfD gekommen und habe niemanden vorher gekannt, auch den Vorstand nicht." Der Schiedsrichter verstand nicht recht, worauf Aline Wagner hinaus wollte. Da assistierte, wie das Protokoll festhält, Josef Dörrs Stellvertreter Lutz Hecker: "Es gibt unsägliche Gerüchte, die insbesondere mit ihrer Person (an Frau Wagner gerichtet) auch zusammen hängen, die sind zum Teil ehrabschneidend."

Aline Wagner sagte dem stern auf Nachfrage, sie stehe in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zu Josef Dörr. Wenige Minuten nach dem kurzen Telefonat rief allerdings Josef Dörr auf Wagners Handy zurück – hörbar aufgebracht. Man werde ihn von einer anderen Seite kennen lernen, drohte der Landeschef, das seien unwahre Gerüchte und was einem einfalle, Frau Wagner darauf anzusprechen. Er hatte offenbar vergessen, dass Aline Wagner und sein Stellvertreter Hecker die Gerüchte selbst in das Verfahren am Bundesschiedsgericht getragen hatten.

Kinder, Nachbar, Frau und Nichte – alles Delegierte

"Family and friends": Falsch lag die Parteichefin Petry mit ihrer Analyse nicht. Während Vater Dörr und dessen Vertraute Aline Wagner in den Landtag einziehen wollen, soll Dörrs Sohn Michael an erster Stelle für den Bundestag kandidieren. Wählen müssen ihn dafür in eineinhalb Wochen die Mitglieder des Landesvorstands und unter anderem die Delegierten des AfD-Kreisverbandes Saarbrücken-Land. Und unter diesen finden sich, kein Witz:

• Josef Dörrs Sohn Michael Dörr

• Josef Dörr

• Josef Dörrs Vertraute Aline Wagner

• Josef Dörrs Sohn Martin

• Josef Dörrs Sohn Roman

• Josef Dörrs Frau Inge

• Josef Dörrs 86-jährige Schwägerin Erna Pontius,

außerdem eine Nichte Josef Dörrs und deren Mann.

Es ist nicht gerade unwahrscheinlich, dass Josef Dörrs Sohn Michael auf den von ihm gewünschten Listenplatz gelangt und von dort in den Deutschen Bundestag gelangt.

"Quasifeudalistische Struktur", der Landesvorsitzende als "Heilsfigur"

Der AfD-Bundesschiedsrichter Thomas Seitz hat sich besonders intensiv mit dem Landesverband Saar auseinander gesetzt. Er hat Akten studiert und Zeugen befragt, er wollte wissen, was dort vor sich gehe. Seitz, ein Jurist, schreibt in seiner Stellungnahme von einem "System Dörr". Dieses System bestehe "im Sinne einer quasifeudalistischen Struktur, in dessen Zentrum Josef Dörr als Heilsfigur steht, dem die Angehörigen seines Lagers in Art eines mittelalterlichen Lehensverhältnisses persönlich zur Treue verpflichtet fühlen. Deswegen wird Josef Dörr, dort wo er auftaucht, als Versammlungsleiter und ohne Gegenkandidat gewählt, weil bereits ein Antreten gegen Josef Dörr einen Treuebruch darstellte."

"Quasifeudalistische Struktur", Dörr als "Heilsfigur", gegen den anzutreten einen "Tabubruch" darstelle: Zu diesem Urteil kommt kein politischer Gegner, sondern, nach intensiver Analyse, ein Parteifreund.

Doch Dörr und die Seinen sind damit bisher trotz allem durchgekommen, bis zur Landtagswahl an diesem Sonntag und wohl auch darüber hinaus. Die Umfragewerte der AfD sanken zuletzt auch im Saarland deutlich, liegen aber stabil über der Fünf-Prozent-Hürde.

Petry zeigt klare Kante – und macht sich dann ganz klein

Im Grunde können sich Josef Dörr, Rudolf Müller und ihre Leute in diesen Tagen ins Fäustchen lachen. Am Dienstagabend kam sogar Frauke Petry zu ihnen ins Saarland gereist. Petry verachten sie in der Dörr-AfD, weil sie ihnen mit der Auflösung hart zugesetzt hat. "Mobbing gegen Missliebige" unterstellte Rudolf Müller ihm auf einem Flugblatt, das er an AfDler aus dem ganzen Bundesgebiet verteilen ließ.

Und Petry ließ nicht locker. Sie habe "erhebliche Zweifel an der Integrität von maßgeblichen Teilen des Landesvorstandes", mailte die Parteichefin allen knapp 26.000 AfD-Mitgliedern noch vergangenen Oktober, als das Bundesschiedsgericht den Landesverband Saar bestehen ließ. Petry forderte Josef Dörr in der E-Mail auch auf, "mit Rücksicht auf die Gesamtpartei" nicht an der Landtagswahl teilzunehmen.

Nun machte die Bundesvorsitzende sich ganz klein. Bei der Wahlkampfveranstaltung in Homburg rief sie brav dazu auf, die Saar-AfD zu wählen.

Endlich funktionierende Annotationen

Eine technische Schwärmerei, die mich im Februar 1993 zur Installation von Marc Andreessens erstem Browser Mosaic brachte, der nach meiner Erinnerung bereits Annotationen in Kombination mit dem CERN-Web-Server anbot, heute nun mit WordPress, vorige Tage standardisiert vom W3-Konsortium:

Web Annotations are Now a W3C Standard, Paving the Way for Decentralized Annotation Infrastructure

photo credit: Green Chameleon

Web annotations became a W3C standard last week but the world hardly noticed. For years, most conversations on the web have happened in the form of comments. Annotations are different in that they usually reference specific parts of a document and add context. They are often critical or explanatory in nature.

One of the key differences between comments and web annotations, according to the new standard, is that annotations were designed to be decentralized, creating “a new layer of interactivity and linking on top of the Web.” Comments are published by the publisher at the same location as the original content, but web annotation content is owned by the reader. Annotations don’t have to be published on the original content. The reader has the choice to publish using an “annotation service” or their own website.

Doug Schepers, former Developer Relations Lead at W3C, described the difference between annotating and commenting on an episode on The Web Ahead podcast:

When a comment is at the bottom of a page, it’s so abstracted out from the rest. They get off track, they start talking about other things that have nothing to do with the original article. If it’s an even vaguely political topic, you’ve got the partisans jumping in, yelling at one another, how they’re all idiots. You lose track with the content of the article. There’s this viscerality, this immediacy, of actually commenting on something in its context.

Do people want to annotate the web? Popular implementations of this concept, such as Genius Web Annotator and Medium’s annotation-style commenting, show that people enjoy interacting on the web in this way. The W3C Web Annotation Working Group’s goal in standardizing the technology behind web annotations was to produce a set of specifications for “interoperable, sharable, distributed Web Annotation architecture,” enabling healthy competition between services and discouraging publisher lock-in.

Decentralization is critical to unlocking the full potential of annotations on the web. If commenters have control of their own content, they have the freedom to publish it wherever they like. Open comments sections can sometimes offer the illusion of discourse, but are ultimately under the control of the publisher. This is obvious if you’ve ever seen a controversial blog post, which should undoubtedly have comments with varying viewpoints, but the only comments published are those in agreement with the author.

“This notion that whoever controls the original source also controls the dialog – that’s dangerous,” Schepers said. “This is why I like the idea of annotations. It’s inherent in the idea of annotations, this indie web aspect of, ‘I want to control what I say, what channels it goes out to.’ I can’t control who puts it into a different channel but I can control what channels I try to put it out into. I can actively publish in multiple channels.”

Hypothesis Plugin Brings Web Annotations to WordPress

Hypothesis is a non-profit organization that is building an open platform for annotation on the web, based on the Annotator.js library. It allows readers to highlight text and select whether they want to annotate it or highlight it.

The Hypothes.is community has an ecosystem of tools and integrations for various technologies and publishing platforms, including WordPress. The Hypothesis plugin on WordPress.org offers the same functionality that you see on the Hypothesis website with the ability to select text and have a sidebar slide out for taking notes. Annotation requires an account with Hypothesis. You can test it by pasting any link into the tool on the Hypothesis homepage.

The mission of the Hypothesis project is “to bring a new layer to the web” that enables conversations on top of the world’s collected knowledge. The project also allows you to publish annotations privately, creating your own personal notebook of observations as you surf the web.

The Hypothesis plugin allows users to customize the defaults and behavior and control where it’s loaded (front page, blog page, posts, pages, etc.) Highlights can be on or off by default and the sidebar can be collapsed or open. Annotations can also be enabled on PDFs in the Media Library. Hypotheses can be allowed/disallowed on a list of specific posts or pages, which is helpful for sites where the author may only want annotation on scholarly material.

Hypothesis Aggregator is another plugin for WordPress that offers a shortcode with different parameters for displaying annotations from the service. It allows site owners to display a collection of annotations from a certain user or topic.

[hypothesis user = 'kris.shaffer']

[hypothesis tags = 'IndieWeb']

[hypothesis text = "Domain of One's Own"]

[hypothesis user = 'kris.shaffer' tags = 'IndieEdTech']

The output includes a link to the original content, the highlighted text, the annotation, and the person who curated it.

Kris Shaffer, the plugin’s author, is considering adding support for multiple tags (in both AND and OR configurations) as well as the ability to embed a single annotation in a post, like users can with a tweet.

The Hypothesis network of annotators is growing, along with the vast collection of knowledge that is getting linked and added every day. The service just completed a record month with nearly 6,000 annotators contributing content.

Members of the Hypothesis team are principal contributors to the Annotator project and the organization was also deeply involved in the effort to make web annotations a W3C standard. The Hypothesis community tools are quite frequently used in the context of scholarly or academic dialogue, but the app aims to bring annotation to all types of websites, including news, blogs, scientific articles, books, terms of service, ballot initiatives, legislation, and more.

In a presentation at the Personal Democracy Forum in 2013, Dan Whaley, founder and CEO of Hypothesis, described the organization’s motivation behind annotating all of the web’s collective knowledge:

Think back 1,000 years, reflect on the key documents produced over that time, like the Magna Carta in 1215 or the Declaration of Independence, for which we only have the document itself. What we’re missing are the notes passed between co-authors in the drafting, the reviews by others providing feedback on early versions. We lack the perception by the public immediately after and most of the fine-grained citations, quotations, and reuse in the intervening years. Those incessant arguments about why the founding fathers chose this or that particular phrasing – what if we had a much better idea, the direct record of their internal deliberations? There’s no shortage of things to annotate, and there’s more knowledge being created per minute now than ever before – laws, scientific articles, news, books, tweets, data …but our tools are crude, balkanized, ill-preserved, and even then only available on a small minority of what’s important.

The idea of web annotations is to capture the surrounding conversation that doesn’t necessarily fit into traditional comments, preserving it in a way that is open, sharable, and cooperates nicely with other technologies using the web’s standard.

What Does the W3C Standard Mean for the Future of Annotations?

Web annotation seems to promote more critical thinking and collaboration but it’s doubtful that it would ever fully replace commenting systems. The two serve different purposes and it’s more likely that annotations will serve to supplement conversations on the web. Not everyone is fond of the current implementations of annotation UI, which require visitors to keep clicking on things as they are reading.

Despite being first being introduced to the web in the Mosaic browser prototype in 1993, annotation tools are still in their infancy. In a post announcing Andreessen Horowitz’s $15 million investment in Rap Genius, Marc Andreesen describes how the technology was almost built into the first web browser:

“Only a handful of people know that the big missing feature from the web browser – the feature that was supposed to be in from the start but didn’t make it – is the ability to annotate any page on the Internet with commentary and additional information.”

The implementation was pulled not too long after, because they didn’t have the capabilities required to host all the annotations and have it scale. For the past 24 years, various companies and organizations have taken a stab at bringing this feature back to the web – all with varying approaches that don’t necessarily play well together. That’s why the W3C standard is an important development.

“While Hypothesis and others are already enabling annotation to take place over any page on the Web, a standard means that there is additional incentive for browser vendors to include this functionality natively,” Dan Whaley said. “The more that these new collaborative layers are present without any additional action on the part of the user, the more their use will grow.”

Whaley also said the new W3C standard should send a strong signal to those who have developed proprietary annotation implementations, such as Genius, Readcube, Medium, and Amazon (Kindle).

“These technical recommendations have the weight of the web community behind them and can be relied upon,” Whaley said. “Our hope is that the standard will not only encourage others to adopt its technical approach, but also ultimately to open their platforms.”

In an ideal world, Doug Schepers sees annotation as a feature that is “baked straight into the web,” where all users can choose where their content is published. Annotation services would then offer the ability for users to choose which syndicators and aggregators the content is going out to. Publishers in turn would have the ability to consume annotation content and bring it back through their commenting system if they feel it adds value.

“We can refine things over time,” Schepers said. “We can improve our culture over time. It sounds kind of lofty and maybe sort of abstract, but I think that’s what annotations can help us do. It can actually increase the growth of ideas and not the suppression of ideas. It can improve how we create our culture in a more conscious way, in a way that includes more critical thinking.”

Schepers said it’s too soon to know how the future will unfold for web annotations and whether or not browsers will be interested in supporting them natively. Annotations may be relegated to live in script libraries forever if they don’t catch on with browsers. Like any new layer of interaction on the web, it’s worth building to see how the initial idea evolves based on where the users take it.

“I don’t know what’s going to happen with annotations,” Schepers said. “That’s what I’m excited by. I can think of all sorts of things that might happen with annotations if we truly enable this, but I’m more looking forward to the things that I didn’t see coming at all.”

Zeit/Christian Heinrich: Streit

Kommunikation: Streit

In der Familie, im Beruf, unter Freunden, über persönliche oder politische Themen. Die besten Strategien, Methoden und kleinen Tricks, um zu gewinnen
Streit kann die Welt retten, wenn man weiß, wie er tickt. © Fanatic Studio/Getty Images

Schon was Sie in den nächsten drei Absätzen lesen werden, kann Ihre Kommunikation mit Ihrem Partner, Ihren Freunden und Ihrem Chef grundlegend verbessern. Dazu brauchen Sie jetzt eine gewisse Offenheit. Dass Sie die haben, dafür stehen die Chancen gut: Als Leserin oder Leser des ZEIT Wissen-Magazins sind Sie laut Marktforschung besonders reflektiert und auch bei heiklen Themen eher unvoreingenommen. Daher können auch wir ganz offen mit Ihnen sein. Pegida. Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" sind ohne Zweifel ein problematischer Verein. Aber an den Sorgen ist ja auch etwas dran. Wie an dieser, geäußert von einer 72-jährigen Pegida-Demonstrantin aus Dresden: "Für uns ist kein Geld da, nicht für Schwimmbäder, nicht für Kultur, aber Millionen werden für Asylanten lockergemacht."

Keine Sorge. Platter Populismus, das sehen wir in Wirklichkeit genauso. Wir wollten nur etwas ausprobieren: die Tricks der Argumentation. Wer sie beherrscht, kann andere empfänglicher machen, sogar für offensichtlichen Quatsch.

Entscheidend sind in diesem Fall drei Kniffe. Zum einen die Reziprozität, so nennen Soziologen und Rhetoriker das Prinzip der Gegenseitigkeit. In unserem Fall war es das Zugeständnis, Pegida sei problematisch. Wer seinem Gegenüber in dessen Meinung entgegenkommt, weckt in ihm die Bereitschaft, auch entgegenzukommen. Es ist ein enorm wichtiges Werkzeug, das man braucht, um Kompromisse zu schließen.

Zweiter Trick: die soziale Bewährtheit (social proof). Wenn Menschen, die man schätzt, sich für etwas interessieren oder entscheiden, dann tut man das selbst auch eher. In unserem kleinen Versuch haben wir die Marktforschung erwähnt und Sie dadurch Teil einer Gruppe "unvoreingenommener" ZEIT-Wissen-Leser werden lassen, die offen sind, auch für heikle Themen. Dritter Trick: Exklusivität. "Daher können auch wir offen zu Ihnen sein." Das Ziel: ein gutes Verhältnis aufbauen. Sie sollten sich privilegiert fühlen und uns erwartungsvoll zugewandt sein. So vorbereitet kommt der Schlag.

Dies ist der vierte Absatz. Wenn alles nach Plan lief, ist ein Zwischenziel unseres Versprechens erreicht: Sie haben einen ersten Eindruck bekommen, welchen oft verdeckten Einflüssen die Kommunikation ausgeliefert ist. Damit sind wir beim nächsten Rat fürs gute Argumentieren: Ein großes Ziel zu haben ist nützlich, aber die Annäherung sollte über kleine Schritte erfolgen. Dies war der erste Schritt.

Okay, erst einmal keine Tricks mehr. Bleiben wir trotzdem bei Pegida. Und geben noch ein paar andere Themen dazu: AfD, Donald Trump, Hausarbeit ("Wer räumt die Spülmaschine ein?"), Stuttgart 21, Russland und Ukraine, Gehaltsverhandlungen ("Mein Gehalt ist zu niedrig!"), Flughafen Berlin-Brandenburg, Veganer gegen Fleischesser, Homöopathie gegen Schulmedizin. Fertig ist der Cocktail an Reizthemen. Ein Cocktail, der übel schmeckt, betrachtet man, wie beleidigend die Auseinandersetzungen geführt werden.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT WISSEN Magazin 1/17.

Dabei ist Streiten an sich gut. Der Schweizer Evolutionsbiologe Hugo Mercier von der Université de Neuchâtel sagt sogar, der Mensch sei zum Streiten geboren. Streiten ist ein Weg, um Fehler zu korrigieren, und ein Vehikel des Fortschritts. Zuletzt konnte man allerdings den Eindruck gewinnen, dass in dieser Hinsicht einiges verloren gegangen ist. Das ist ein Problem, denn Streiten ist wichtig, für eine Demokratie ebenso wie für Beziehungen.

Wenn jemand weiß, wie man richtig streitet, dann ist das Sosan Azad. Die 47-Jährige hat in den vergangenen 15 Jahren intensiv beobachten können, wie ein Streit wächst und wirkt, entsteht und vergeht. So lange arbeitet die Vorsitzende des Bundesverbands Mediation als Streitschlichterin und hat in mehr als tausend Konflikten vermittelt: in Dax-Unternehmen zwischen Vorstandsmitgliedern, in Kitas zwischen 4-Jährigen und an der Admiralbrücke in Berlin-Kreuzberg zwischen Anwohnern und Straßenmusikern. Mal ging es um Geld, mal um Religion. Mal wollte einer recht haben, mal forderte ein anderer, dass ein unbedachtes Wort zurückgenommen wird. In einigen Auseinandersetzungen reichten ein paar Minuten Mediation, in anderen zog sich die Schlichtung über Jahre hin.

"Ein Streit ist wie ein Lebewesen, das immer in Bewegung ist", sagt Sosan Azad. In fast jeder Entwicklungsphase dieses Wesens gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, Einfluss darauf zu nehmen: um die eigenen Ziele durchzusetzen, sich zu wehren oder um die wilde Kreatur zu bezwingen.

Die Geburt des Streits

Er: Schön haben wir heute gekocht, war lecker.

Sie: Ja, fand ich auch. Bald wieder!

Er: Wo gehst du hin? Räum bitte erst deinen Teller in die Spülmaschine.

Sie: Mach ich nachher, ich muss erst kurz jemanden anrufen.

Er: Ich will die Spülmaschine aber jetzt anmachen. Es dauert ein paar Sekunden, den Teller in die Spülmaschine zu stellen.

Sie: Wenn es so schnell gemacht ist, warum machst du es dann nicht?

Er: Weil ich nicht einsehe, dein Geschirr wegzuräumen.

Sie: Gestern habe ich deinen Teller auch in die Spülmaschine getan ...

Er: ... weil ich unsere Tochter abholen musste. Das hast du übrigens auch geschickt an mich delegiert, indem du ja angeblich für deine Freundin Johanna da sein musstest.

Sie: Behauptest du damit jetzt, dass ich dich anlüge? Johanna braucht mich wirklich. Ruf sie doch an!

Er: Räumst du jetzt bitte deinen Teller ein? Ich will einfach die Spülmaschine starten.

Sie: So sehr kannst du es ja nicht wollen, sonst hättest du den Teller schon längst abgespült.

Er: Das ist mir zu blöd. Mach du die Küche sauber, wenn du so weit bist. Ich verschwinde.

Ein Streit entsteht, weil es einen Missstand gibt, den mindestens eine der Parteien erkennt. Im Idealfall ist dieser Missstand auch Gegenstand des Streits: Das Paar streitet tatsächlich wegen des Tellers. In den meisten Fällen ist die Sache allerdings komplizierter. "Der Streit ist häufig eine Art Ventil, um etwas zum Ausdruck zu bringen, das mit dem Streitthema nur entfernt zu tun hat", sagt Azad. Vielleicht fühlt er sich von ihr grundsätzlich nicht wertgeschätzt. Vielleicht meint er, dass sie ihn in ihrem Leben hin und her schiebt, wie es ihr gerade passt. An der Frage, wer die Spülmaschine einräumt, entlädt sich der Streit nur.

Besser argumentieren

Jeder Streit hat gewissermaßen eigene Gene. Sie codieren das Problem, das gelöst werden muss. "Die Ursache zu identifizieren, darauf kommt es an", sagt Azad. Das gestaltet sich jedoch oft schwierig, weil ein Streit von Anfang an eine Eigendynamik hat. Derjenige, der vom Streit überrascht wird, reagiert auf eine von drei Arten: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Kampf bedeutet: kontern und Gegenvorwürfe machen. Flucht heißt, äußerlich kaum zu reagieren und auch innerlich die Sache als belanglos abzuspeichern. Und auch beim Erstarren lässt man sich nach außen nichts anmerken, bleibt aber innerlich sauer. Wer erstarrt, der beobachtet und versucht, einen Überblick zu gewinnen. Das ist für die Suche nach dem Problem hilfreich – verschafft einem aber für die aufkommende Diskussionen eine eher ungünstige Startposition.

Grundsätzlich gilt: Ein großes Problem ist eine große Herausforderung – aber auch eine Chance, Missstände gemeinsam anzugehen und Kompromisse zu schließen.

Den Streit entschärfen

Die Streitereien, die Sosan Azad und andere Streitschlichter vorgeführt bekommen, sind die wenigen Fälle, die deutlich aus dem Meer an Meinungsverschiedenheiten herausragen. Ungesehen bleiben dagegen die unendlich vielen Auseinandersetzungen, die tagtäglich nur kurz aufkeimen – und dann wieder vergehen.

Denn nicht selten besteht der Sinn des Streits – vor allem bei temperamentvollen Menschen – nur darin, Dampf abzulassen. Einmal schnell schreien, und schon ist alles gut. Der Rat, eine Ich-Botschaft zu senden, bei der es um die eigenen Interessen geht ("Ich hätte mich gefreut, wenn wir jetzt die Kamera dabei hätten"), ergibt in zahlreichen Situationen wenig Sinn. Er wird von vielen Psychologen inzwischen auch als unauthentisch kritisiert. Um Wut abzulassen, hilft die Du-Botschaft oft besser: "Immer vergisst du, die Kamera einzupacken. Nichts kann man dir überlassen!" Die meisten Menschen können damit umgehen, einmal einen vor den Latz geknallt zu kriegen.

Sosan Azad hat beobachtet, dass die Streitkompetenz zunimmt. Sie sagt: "Konfliktmanagement und Verhandlungskonzepte werden heute schon in der Kita vermittelt. Weiter geht es in der Schule, in der Universität, im Betrieb." Das führt zu einer nie da gewesenen Harmonie: Laut der jüngsten Shell-Studie pflegen mehr als 90 Prozent der Jugendlichen ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Nicht etwa, weil es zwischen den Generationen keine Konflikte mehr gibt, sondern weil sie konstruktiver ausgetragen werden. Entscheidend dafür ist das Bewusstsein für die beiden unterschiedlichen Ebenen, auf denen sich Menschen begegnen können: die der Beziehung und die der Sache. Auf der Beziehungsebene geht es um das Verhältnis der Personen untereinander: "Sie kommen immer erst so spät ins Büro, weil wir Kollegen Ihnen egal sind." Viel problemorientierter und damit konstruktiver hingegen geht es auf der Sachebene zu: "Wir brauchen Sie morgens pünktlich zu der Besprechung, damit wir vorankommen."

Dass die Beziehungsgeflechte nicht nur in privaten Konflikten, sondern auch zwischen Kollegen von der Sache ablenken, ist keine Überraschung. "Wenn zwei oder mehr Menschen fast jeden Tag acht Stunden miteinander verbringen, kennen sie sich manchmal genauso gut wie ihre Partner", sagt Azad. Was hilft? Das Wichtigste ist, die Verstrickung von Enttäuschungen, Erwartungen und der Sachlage zu erkennen. Und dann zu versuchen, nach der ersten, verärgerten Reaktion die Beziehungsebene wieder zu verlassen. Das zugrunde liegende Problem mag damit noch nicht identifiziert sein. Aber der aufkeimende Streit hat die Chance, zu einer konstruktiven Diskussion zu werden.

Besser argumentieren

Kollegin: Ich würde gerne das Fenster öffnen.

Kollege: Du weißt doch, dass mir jetzt schon total kalt ist.

Kollegin: Mir ist warm, und wir brauchen frische Luft. Kannst du nicht einfach deine Jacke anziehen?

Kollege: Meine Finger würden trotzdem noch frieren.

Kollegin: Ja klar, Hauptsache du hast es schön komfortabel. Das geht mir langsam echt auf die Nerven.

Kollege: Ich mache dir einen Vorschlag: Du machst das Fenster jetzt zehn Minuten auf, dafür hilfst du mir dabei, mein Mailprogramm auf dem Firmennotebook einzurichten. Ich habe es eben nämlich versucht, aber nicht hinbekommen.

Kollegin: Einverstanden!

Der kälteempfindliche Angestellte entschärft nicht nur einen Streit – er handelt dabei auch noch etwas für sich heraus. Dabei bedient er sich einer ebenso simplen wie wirkungsvollen Methode: dem Harvard-Konzept. Demnach sollte, wer sich nicht einigen kann, die Verhandlungsmasse vergrößern – weil dann mehr Stoff für eine potenzielle Einigung vorhanden ist. Wenn jemand ein Auto kaufen will, aber den Preis für zu hoch hält, gibt ihm die Werkstatt einfach noch zwei kostenlose Inspektionen dazu. "Das schöne an dieser Methode ist, dass sie sich überall anwenden lässt. Mit dem Partner, im Haushalt, bei der Arbeit. Man muss nur etwas obendrauf legen oder vom anderen fordern, was der leicht bereitstellen kann, und schon bekommt man, was man will", sagt Peter Croonenbroeck, den man getrost als Experten für Durchsetzungsfähigkeit bezeichnen kann: 2010 war er deutscher Meister im Debattieren, heute gibt der studierte Rhetoriker Kurse darüber, wie man andere überzeugt.

Ein anderes Prinzip, das Croonenbroeck in seinen Kursen lehrt: Interessen vertreten statt Positionen. Ein 16-Jähriger möchte in den Schulferien eine Woche nach Italien fahren. Das ist seine Position. Der Vater erlaubt das nicht, weil es an Geld fehlt und er den Sohn nicht so lange allein verreisen lassen will. Nun sollte der Sohn sich der Interessen besinnen, die hinter seiner Position stehen: Er möchte erstens Nächte mit seiner Freundin verbringen, zweitens mit seiner Clique Urlaub machen und drittens nach Italien fahren, weil er Italienisch in der Schule lernt. Diese Einteilung macht ihn flexibler – und lässt ihn vielleicht zumindest erreichen, dass er endlich allein bei seiner Freundin übernachten darf.

Die kleinen Tricks

Noch ein paar mehr Tipps aus dem Erfahrungsschatz des Debattiermeisters:

1. Auf die Zukunft konzentrieren und die vergiftete Vergangenheit hinter sich lassen.

2. Wer sein Gegenüber gut kennt, kann auf das Timing achten. Wann ist jemand besonders nachgiebig, wann schnell genervt? Davon abhängig den Streit eröffnen, fortführen oder pausieren.

3. Beharrlich bleiben. Vorbild Abraham Lincoln. Der hat seine Mutter verloren, drei Söhne, eine Schwester, eine Freundin, er hat wirtschaftlich versagt und acht Wahlen nicht gewonnen – und wurde schließlich doch Präsident der Vereinigten Staaten.

4. Geben Sie der anderen Person das Gefühl, eine Idee sei ihre gewesen. Das schmeichelt – und macht das Überreden leichter. Wer will schon von seiner eigenen Idee abrücken?

5. Reden Sie schneller. Wissenschaftler konnten zeigen: Wer mit einer Geschwindigkeit von 195 Wörtern pro Minute spricht, dem wird eher geglaubt, als dem, der nur 102 Wörter pro Minute sagt.

Und dann will Croonenbroeck noch etwas loswerden, was banal klingt, aber unheimlich wirkungsvoll sein soll: "Versuchen Sie, Ihr Gegenüber wirklich zu verstehen. Wenn ich einen Neonazi treffen würde, dann wäre der naheliegende Gedanke, der sich auch mir sofort aufdrängen würde: Du bist dumm, du bist menschenverachtend, du bist Abschaum." Stattdessen solle man sich klarmachen: Das Baby, als das dieser Mann einst geboren wurde, war weder dumm noch menschenverachtend, noch Abschaum. Viele Dinge sind geschehen im Laufe des Lebens, dass der Mensch nun diese Position vertritt. Ich sollte versuchen, das zu verstehen. Denn: Nur so besteht die Chance, ihn zu überzeugen.

Erst das tiefe Verständnis der Dinge ermöglicht es, überzeugend zu argumentieren. Und Argumentieren gehört zum Menschsein wie das Atmen und Sprechen. "Dreijährige können noch nicht richtig Dreiecke malen oder Gegenstände durchzählen, aber sie beginnen zu argumentieren", sagt der Evolutionspsychologe Hugo Mercier. Seine Forschungsgruppe lud 84 Kinder zwischen drei und fünf Jahren ins Psychologie-Labor ein und spielte ihnen Alltagsszenen mit Playmobil vor. Die Forscher wollten wissen, welche Argumente Kinder besonders überzeugen. Ergebnis: Schon Dreijährige finden zirkuläre Argumente (sich im Kreis drehende Aussagen: "Der Hund ist dorthin gelaufen, weil er dorthin gelaufen ist") weniger überzeugend als Erfahrungsbegründungen ("Der Hund ist dorthin gelaufen, weil ich gesehen habe, wie er in diese Richtung ging"). Als die Kinder allerdings den Zirkelschluss mit einer reinen Tatsachenbehauptung ("Der Hund ist dorthin gelaufen") vergleichen sollten, fanden sie das zirkuläre Argument überzeugender. Interpretation der Forscher: Ein Satz, in dem "weil" vorkommt, ist immer noch besser als gar keine Begründung. Denn das Wort signalisiert Autorität und Dominanz. Viele Kinder kennen das von ihren Eltern: "Du machst das jetzt, weil ich das sage." Hauptsache "weil".

Die kleinen Tricks

"Believe me." Glaubt mir. Auf diese beiden Wörter lasse sich die Kampagne Donald Trumps reduzieren, kommentierte der Boston Globe während des Wahlkampfs zur amerikanischen Präsidentschaftswahl. Auf YouTube waren Videos mit aneinandergereihten "believe me"-Mantras aus Trumps Reden ein Hit. "Ethos" (griechisch für Charakter, Gesittung) hatte Aristoteles diesen Teil der Redekunst genannt: Der Redner versucht, sich als vertrauenswürdig darzustellen. Aristoteles formulierte seine Rhetorik-Theorie vor rund 2.350 Jahren, aber die Erkenntnisse werden heute noch gelehrt. Ethos ist demnach eine von drei Säulen der Rhetorik. Die beiden anderen sind Pathos (der Redner weckt Gefühle bei den Zuhörern) und Logos, also das logische Denken und Argumentieren. Um sein Publikum zu überzeugen, schrieb Aristoteles, brauche man alle drei. Der Unterschied zu heute: Für Aristoteles standen gute Argumente an erster Stelle. Im postfaktischen Zeitalter, so scheint es, ist Logos zweitrangig. Aber stimmt das wirklich?

Zumindest ist der Verstand nicht so verlässlich, wie man meinen mag. So machen Menschen in Verhaltensexperimenten immer wieder den sogenannten Bestätigungsfehler (confirmation bias), was bedeutet: Wir messen jenen Informationen mehr Bedeutung zu, die unsere vorgefassten Meinungen bestätigen. Und wir ignorieren Fakten, die unseren Vorurteilen widersprechen. Wer beispielsweise die Masern-Impfung ablehnt, wird in einer Diskussion eher die Geschichten über Impfschäden erzählen als Statistiken der Behörden zitieren.

Viele Psychologen und Ökonomen halten den Bestätigungsfehler für einen Denkfehler. Das Bauchgefühl überliste den Verstand, das Ergebnis sei eine verzerrte Sicht auf die Wirklichkeit. Mercier ist anderer Meinung. "It’s not a flaw, it’s a feature", sagt er, es ist kein Fehler, sondern ein Vorteil. Zumindest für Steinzeitmenschen, die eine schlechte Kommunikation womöglich mit dem Tod bezahlten. Denn der Bestätigungsfehler hilft, andere zu überreden. Wer von seiner eigenen Meinung überzeugt ist und Informationen selektiv auswählt, kann andere besser mitreißen.

Diese evolutionspsychologische Sicht auf das Streiten ist einigermaßen ernüchternd, denn die Wahrheit scheint zweitrangig zu sein. Haben wir vom Urmenschen die Lizenz zum Lügen geerbt? War Immanuel Kant eine evolutionäre Panne? Nein, sagt Mercier. Es mache nämlich einen Unterschied, ob man selber redet oder aber zuhört. Der Redner spielt gerne mal unfair. Aber der Zuhörer prüft Argumente auf ihre Stimmigkeit, auch wenn er den Redner für glaubwürdig hält. Wie gelangt man in diesem Dickicht aus Fehleinschätzungen, Lügen und Tricks nun zu einem Kompromiss? "Auf den anderen aktiv zugehen", rät Croonenbroeck. "Das geht zum Beispiel ganz gut mit dem Satz: 'Tut mir leid, wie es gelaufen ist.' Dabei gesteht man keine Schuld ein, schafft aber doch eine persönliche Ebene."

Vom Sieger zum Verlierer

Wer in einer Machtkonstellation am längeren Hebel sitzt, sollte diesen bei einem Streit nicht voll ausnutzen. Angenommen, ein Mitarbeiter geht zu seiner Chefin und bittet darum, seine Arbeitszeit von 100 auf 80 Prozent zu reduzieren, weil er seine kranke Mutter pflegen möchte. Die Chefin aber weiß, dass sie auf den Arbeitsvertrag pochen kann und beharrt auf 100 Prozent. Es ist ihr Recht, und vorerst wird sie den Streit als Sieger verlassen. Einen Gefallen tut sie sich damit aber nicht.

Stufen der Eskalation

"Macht ist nichts Statisches, sondern etwas Dynamisches", sagt die Mediatorin Sosan Azad. Jeder, der sie besitzt, muss immer auch für Brennholz sorgen, damit dieses Feuer der Macht weiterbrennt. Zum Beispiel braucht es dafür Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Ist ein Angestellter unmotiviert, wird er weniger schaffen. Auch, wenn er zu 100 Prozent anwesend ist. Die Machtunterschiede in einem Streit sollten also nicht überschätzt werden. Weder von dem vermeintlich Mächtigen, noch von dem, der sich schwach fühlt. Am Ende ist ein Kompromiss für alle Seiten das Beste.

Stufen der Eskalation

Dialog einer WhatsApp-Fußball-Gruppe:

Johannes: Weil Tim wieder mal nicht gekommen ist, musste jeder von uns zwei Euro mehr zahlen. Ich fände es mehr als gerecht, wenn Tim dieses Mal auch bezahlt, selbst wenn er nicht da war.

Tim: Mache ich, aber wenn ich das nächste Mal wieder mitspiele, zahlst Du meinen Anteil mit.

Peter: Warum sollte ich?

Tim: Schmerzensgeld, weil ich mit einer Schnecke wie Dir Fußball spielen muss.

Peter: Hey, Du Arschloch, ich lasse mich nicht von Dir beleidigen.

Tim: Ich sage nur die Wahrheit. Ich finde, Du solltest selbst kapieren, dass Du zu schlecht für unsere Runde bist.

Peter: Ach ja? Und ich finde, wenn einer jedes zweite Mal nicht aufkreuzt, ohne abzusagen, dann braucht er auch gar nicht mehr zu kommen. Was meinen denn die anderen hier in der Gruppe dazu?

Ein Konflikt kann abschreckend wirken wie ein Minenfeld oder anziehend wie ein Magnet. "Wenn es um etwas geht, das jeden betrifft, dann bilden sich bald Koalitionen", sagt Azad. Mit unterschiedlichen Folgen. Eine gemeinsame Front kann schnell auch ein Gruppengefühl erzeugen und motivieren, siehe Pegida und AfD. Aber wenn sich in einem Großraumbüro die Mitarbeiter in zwei Gruppen aufteilen und gegeneinander intrigieren, kann die Produktivität rasch sinken. Und wenn es eine Bühne und ein Publikum gibt, sei es eine Talkshow mit Millionen Zuschauern, ein Pausenhofgerangel oder eine WhatsApp-Gruppe, kann ein Streit auch zum Selbstzweck werden: Er sorgt für Unterhaltung. "Das ist in Büros, wo alle mit der Arbeit unzufrieden sind, oft eine willkommene Ablenkung", sagt Azad. "Wer den Konflikt beilegen will, steht dann oft alleine da. Die anderen verteidigen den Missstand frei nach dem Motto: Weg mit deiner Lösung, das ist der Tod meines Problems." Gute Voraussetzungen dafür, dass der Streit nun erst recht entbrennt.

Neun Eskalationsstufen hat der österreichische Konfliktforscher Friedrich Glasl definiert. Schon auf Stufe drei, Glasl nennt sie "Taten statt Worte", wird nicht mehr nur gesprochen, sondern gehandelt. Im Fußballbeispiel wäre das: wenn Tim den Peter aus der WhatsApp-Gruppe wirft. Auf Stufe fünf und sechs wird der Gegner dämonisiert, es kommt zu Drohungen und Erpressungsversuchen. Auf Stufe sieben will man dem anderen nur noch schaden, Daten werden gelöscht, E-Mails fingiert. Auf Stufe acht ist der Feind bereits derart verhasst, dass man ihn vernichten will. Wirtschaftlich, materiell, psychisch. Auf Stufe neun wird dafür sogar der eigene Untergang in Kauf genommen. Der Antrieb einer solchen Eskalation: Macht, Eifersucht, Ungerechtigkeit.

Sogar auf höheren Eskalationsstufen funktioniert noch einiges von dem, was auch in Diskussionen angeraten ist. Zum Beispiel die Gegenseitigkeit: Ich komme auf dich zu, also komm du auch auf mich zu. Es gibt allerdings einen Punkt, ab dem jede Aktivität des anderen als negativ gewertet wird. Ein Freundschaftsangebot wird als Falle wahrgenommen. Ein Eingeständnis als Taktik. Das Wichtigste zum Thema Eskalation sei deshalb, sagt Azad, die Prävention. "Es gar nicht so weit kommen lassen. Früh auf den anderen zugehen." Berühmtes Beispiel: Nelson Mandela, der nach fast 30 Jahren Haft mit dem Feind, dem damaligen Führer der Apartheid-Regierung, Frederik de Klerk, zusammengearbeitet hat. Oder jüngst Barack Obama, der nach dem schmutzigen Wahlkampf ankündigte, Donald Trump den Amtseintritt so leicht wie möglich zu machen.

Das Ende eines Streits

"Wenn ich so darüber nachdenke: Ja, du hast recht." Ein solcher Satz fällt selten zwischen zerstrittenen Eheleuten. In einer Stammtischatmosphäre hört man ihn noch seltener, und in einer Talkshow im Fernsehen fällt er nie. Schließlich gibt niemand gerne offen zu, dass er oder sie sich geirrt hat. Vor Zuschauern fällt der Rückzug noch schwerer. Es ist das Eingeständnis einer Niederlage und wirkt wie eine Schwäche. Sozan Azad hält das für einen Irrglauben, das Gegenteil sei der Fall: "Wer selbstkritisch ist, zeigt Stärke, Mut und charakterliche Größe. Stellen Sie sich einmal vor, wenn ein Politiker das bei einer Talkshow machen würde: dem Gegenüber umfassend recht geben. Er würde gefeiert werden von den Menschen."

Wenn ein Streit im Einvernehmen endet, dann ist das laut Azad mehr als einfach nur erfreulich. "Oft wurde tatsächlich ein Problem aus der Welt geschafft oder zumindest verkleinert", sagt sie. Das bedeutet auch: "Die Haltung ändert sich, man sieht eine gemeinsame Zukunft und behandelt sich dementsprechend." Aber auch beim Ausgang eines Streits gibt es Abstufungen. Ob er von Enthusiasmus oder zähneknirschendem Respekt geprägt ist, liegt natürlich auch am Verlauf des Streits. Es ist daher ratsam, schon zu Beginn und während eines Streits daran zu denken, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann mal wieder miteinander zu tun haben wird – und zu verhindern, dass Wunden entstehen, die lange brauchen, um zu heilen. "Man sollte auch im Ärger stets darauf achten, nichts zu sagen, was man später bereut", sagt Azad. "Denn das Gesagte lässt sich niemals vollständig ungesagt machen." Worte seien wie Zahnpasta. Ist sie einmal draußen, kriegt man sie nicht wieder zurück in die Tube.

Mitarbeit: Max Rauner

Die Quellenangaben zum ZEIT-Wissen-Artikel finden Sie hier.

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As of Mar 14, 2017 dmoz.org will no longer be available.

Mittwoch, 1. März 2017

DMOZ, 1998–2017

Das letzte große händisch gepflegte Webverzeichnis DMOZ (ex Open Directory Project, ODP) wird zum 14. März 2017 geschlossen.

Obwohl die Nachricht schon seit gestern durch ein paar Blogs ging, sind die großen Nachrichtenportale noch nicht eingestiegen. Natürlich. Sie schreiben alle über die Mobilfunkmesse in Spanien, während das Web stirbt. Deshalb ja. Wie passend. Und es gibt noch nicht einmal eine offizielle Ankündigung des Betreibers AOL zu alledem, nur eine Site-Notice:

As of Mar 14, 2017 dmoz.org will no longer be available.

Vielleicht bringen sie dann in zwei Wochen einen Nachruf.

Und es ist ganz sicher auch kein Zufall, daß ausgerechnet die SEO-Schreiber den Tod von DMOZ als erste melden.

Wie unwürdig für so ein wahres Schlachtschiff im World Wide Web, auf das ich auch zuletzt immer wieder zurückgegriffen hatte. Wer an einer Fortführung interessiert ist, kann hier eine Umfrage als Google-Formular ausfüllen und sich melden.

Nachtrag:

blog.dmoz.org ist auch schon offline.

Und die weitere Diskussion im Forum dreht sich um die Zukunft:

Nachtrag 2:

Archivalia und ghacks.net berichten auch, ersterer mi teinem ausführlichen Rückblick, aus der die Bedeutung der Webverzeichnisse für die Recherche vor dem Aufkommen der Suchmaschinen hervorgeht.

Nachtrag 3:

Seit dem 21. März 2017 ist DMOZ tatsächlich nicht mehr erreichbar. R.I.P.

  • plautze

    • 01.03.17 23:27

    Das ist heftig, zumal ich da früher selber mitgemacht habe (als Editor für Luxemburg -> Travel and Transportation -> Tourism
    Da sieht man wie leicht es ist, dem fertigen Einheitsbrei der Klick-mich-Gesellschaft anheim zu fallen statt selbst zu gestalten.
    Bin (im Rahmen meiner Möglichkeiten) dabei, da muss man gegenhalten!

Über 1000 Magento-Onlineshops infiziert und angezapft

Über 1000 deutsche Online-Shops infiziert und angezapft

Ronald Eikenberg

Bei über tausend deutschen Online-Shops ziehen Kriminelle jetzt gerade Kundendaten und Zahlungsinformationen ab – und das zum Teil schon seit Monaten. Laut BSI ignorieren viele Shop-Betreiber das Problem.

Über tausend deutsche Online-Shops wurden laut BSI-Informationen so manipuliert, dass Kundendaten und Zahlungsinformationen beim Bestellvorgang an Online-Kriminelle weitergeleitet werden. Betroffen sind Shop-Betreiber, welche die Online-Shop-Software-Magento in veralteten und akut angreifbaren Versionen einsetzen: Darin klaffen kritische Sicherheitslücken, durch die Angreifer beliebigen Code in die Shops einschleusen können.

Beispiel für den eingeschleusten Skimming-Code
Beispiel für den eingeschleusten Skimming-Code Vergrößern
Bild: Willem de Groot
Und das tun sie auch: Laut Informationen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben Angreifer in über 1000 deutsche Webshops so JavaScript-Code mit Skimming-Funktion eingebunden. Während des Bestellvorgangs leitet der Code die eingegebenen Kundendaten einschließlich Zahlungsinformationen an die Täter weiter.

Shop-Betreiber wurden im Oktober informiert

Bereits im Oktober wurden die Ausmaße des Problems bekannt, nachdem der niederländische Sicherheitsexperte Willem de Groot hunderttausende Magento-Shops auf die Infektion hin untersucht und seine Ergebnisse veröffentlicht hatte. Er stieß weltweit auf fast 6000 infizierte Shops, darunter über 500 aus Deutschland. Das CERT-Bund des BSI bat daraufhin die zuständigen Provider darum, die betroffenen Kunden über das akute Problem zu informieren.

Leider fruchtete diese Maßnahme offensichtlich nicht: Die Zahl der betroffenen deutschen Shops hat seitdem stark zugenommen. Darunter befinden sich viele, die das CERT-Bund im Oktober kontaktiert hatte. "Aktuellen Erkenntnissen zufolge wurde diese Infektion von vielen Betreibern bis heute nicht entfernt oder die Server wurden erneut kompromittiert. Die von den Angreifern ausgenutzten Sicherheitslücken in Magento wurden von den Shop-Betreibern trotz vorhandener Softwareupdates offenbar nicht geschlossen", erklärt das BSI in seiner Pressemitteilung.

Online-Check findet Skimmer

Der Online-Dienst MageReport spürt den Skimming-Code in infizierten Magento-Installationen auf und warnt vor weiteren Gefahren.
Der Online-Dienst MageReport spürt den Skimming-Code in infizierten Magento-Installationen auf und warnt vor weiteren Gefahren. Vergrößern
Ob der eigene Shop betroffen ist, kann man über den Security-Check MageReport.com herausfinden. Das Tool klopft den Shop auf bekannte Sicherheitslücken ab, checkt, ob wichtige Security-Patches installiert sind und kann sogar den Skimming-Code der Online-Gavonen entdecken. MageReport empfiehlt betroffenen Shop-Betreibern die Notfall-Anleitung How to fix malicious JavaScript Credit card Hijack? des Magento-Hosters Hypernode.

Betreiber sind zur Absicherung verpflichtet

Grundsätzliche sollte jeder Betreiber eines Magento-Shop regelmäßig sicherstellen, dass die Installation auf dem aktuellen Patch-Stand ist. Online-Shops sind ein attraktives Ziel für Kriminelle, wie auch der aktuelle Fall zeigt. Das BSI weist darauf hin, dass Betreiber von Online-Shops nach § 13 Absatz 7 des Telemediengesetzes verpflichtet sind, "ihre Systeme nach dem Stand der Technik gegen Angriffe zu schützen. Eine grundlegende und wirksame Maßnahme hierzu ist das regelmäßige und rasche Einspielen von verfügbaren Sicherheitsupdates." Dies betreffe nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen oder Vereine, "wenn mit deren Betrieb dauerhaft Einnahmen generiert werden sollen. Dies wird bereits dann angenommen, wenn auf Websites bezahlte Werbung in Form von Bannern platziert wird."

Der oben beschriebe JavaScript-Skimmer ist bei weitem nicht der einzige Schädling, den Betreiber veralteter Magento-Installation fürchten müssen: Auch die Magento-Malware Visbot ist sehr verbreitet. Im Gegensatz zu dem JavaScript wird er direkt auf dem Server ausgeführt und ist schwieriger zu entdecken. (rei)

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