Warum sind Planeten Kugeln und keine -sagen wir- Ro­ta­ti­ons­el­lip­so­ide mit Nasen und Dellen wie Kleopatra, der Asteroid?

Interessante Frage: warum sind Planeten Kugeln und keine Scheiben oder Rotationsellipsoide oder Kartoffelförmige? Ein Professor aus dem Münsterland gibt Antwort:

Warum sind Planeten Kugeln?

Kosmisches Ballspiel: Die Sonne und ihre "Kinder" (Bild: adventtr/iStock)

Schon in der Antike kamen die Gelehrten zu dem Schluss: Die Erde kann keine Scheibe sein – sie ist eine Kugel. Heute erscheint es uns völlig selbstverständlich, dass Planeten diese Form besitzen – aber warum sind sie denn eigentlich keine Scheiben oder riesige Kartoffeln, die durchs All schweben? Auf dieses Thema hat uns Kathrin W. aufmerksam gemacht – vielen Dank dafür!

Die Antwort weiß Ulrich Hansen, Direktor des Instituts für Geophysik der Universität Münster: "Der Grund für diese runde Form ist die Gravitation: Ab einer bestimmten Größe werden alle Massen intensiv zum Mittelpunkt eines Körpers gezogen – dadurch bildet sich dann eine Kugel". Wie bei einem kosmischen Billard sind die Planeten unseres Sonnensystems durch die Kollision vieler kleiner Einzelstücke entstanden. Mit jeder Vereinigung wuchs die Schwerkraft dieser jungen Himmelskörper. Die wachsende Gravitationskraft zog dann nicht nur weitere Stücke an, sondern verstärkte auch die auf das eigene Zentrum gerichtete Anziehung. Irgendwann konnten sich Ausbuchtungen dann nicht mehr halten – die Planeten nahmen eine immer rundere Gestalt an.

Deshalb gilt auch die Regel: "Je größer Himmelskörper sind, desto ausgeprägter ist ihre Kugelform. Kleine Himmelskörper können dagegen durchaus recht buckelig sein", sagt Hansen. Ein schönes Beispiel ist der Asteroid Kleopatra. Dieser Himmelskörper umkreist unsere Sonne wie ein Planet, hat aber nur einen Durchmesser von etwa 124 Kilometer. Deshalb reicht die Schwerkraft nicht aus, um Kleopatra zu einer Kugel zu formen – der Asteroid hat stattdessen die kuriose Form eines Hundeknochens.

Der Asteroid Kleopatra. (Credit: Stephen Ostro et al. (JPL), Arecibo Radio Telescope, NSF, NASA)Der Asteroid Kleopatra. (Credit: NASA)

Auch einige Monde der Planeten unseres Sonnensystems haben sich wegen ihrer geringen Schwerkraft nur schwach kugelförmig entwickelt. Beispielsweise sieht der Marsmond Phobos tatsächlich eher aus wie eine Kartoffel.

Die Erde ist ein Rotationsellipsoid mit Nasen und Dellen

"Aber auch die Erde und die anderen Planeten sind aus einem speziellen Grund keine perfekten Kugeln", betont Hansen. Es sind sogenannte Rotationsellipsoide: Durch die Zentrifugalkraft, die bei der Drehbewegung der Planeten entsteht, dehnen sie sich am Äquator aus. Die Planeten sind also nicht wie Billardkugeln geformt, sondern leicht abgeplattet. Der Erdradius ist aus diesem Grund am Äquator um etwa 21 Kilometer größer als an den Polen.

Aber im Fall der Erde gibt es noch eine weitere Besonderheit, die sie vergleichsweise "bucklig" macht: die Plattentektonik. Die Bewegungen der Kontinentalplatten drücken Gebirge empor, wie beispielsweise den Himalaya. Die Erde würde also beim Billard spielen nicht weit rollen, denn sie ist tatsächlich keine perfekte Kugel, sondern ein abgeflachter Himmelskörper mit vielen Nasen und Dellen.

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Französische Bischöfe leben in Sünde

„Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.“ Es scheint, als ob Goethe die heutigen französischen Bischöfe gekannt hätte. Spätestens nach dem hässlich-agressiven Fernsehduell mit Macron am 3. Mai 2017, bei dem die faschistische Krawallschachtel Le Pen ihr Heil im Lehmwerfen sah und die gefressene Kreide wieder auskotzte, hätten die Bischöfe scharf Stellung nehmen müssen. Christian Modehn schreibt in seinem Beitrag »„Es ist eine Schande, katholisch zu sein“: Frankreichs Katholiken sind jetzt über die Bischofskonferenz entsetzt.« (Belegstelle) auf seinem Blog Religionsphilosophischer Salon:

„Es ist eine Schande, katholisch zu sein“: Frankreichs Katholiken sind jetzt über die Bischofskonferenz entsetzt.

„Es ist eine Schande, katholisch zu sein“. Frankreichs Katholiken sind jetzt über die Bischofskonferenz entsetzt

Ein Hinweis von Christian Modehn am 4. Mai 2017

Zwei prominente französische Katholiken sagen es offen: „Es ist heute eine Schande katholisch zu sein – bei dieser verängstigten Bischofskonferenz gegenüber dem Front National und Marine Le Pen“. Der Theologe Christian Delahaye und der Journalist Henri Tincq haben ihr Entsetzen öffentlich gemacht: Denn selbst nach der Fernsehdebatte Macron – Le Pen am Mittwoch, dem 3. Mai, ist die Bischofskonferenz nicht bereit und wohl auch nicht in der Lage, ausdrücklich vor der Wahl von Marine Le Pen zu warnen. Die Front National Führerin Madame Le Pen hatte sich tatsächlich widerwärtig in der so genannten Debatte verhalten, das ist auch bis nach Deutschland gedrungen.

Die Bischofskonferenz, also das oberste Gremium der französischen Kirche, weigert sich also immer noch, vor Le Pen zu warnen. Einzelne Bischöfe sind da etwas mutiger, das haben wir berichtet. Aber das oberste Gremium gibt sich verlogen und tut theologisch progressiv, und sagt: Dass doch die guten und braven Laien selbst entscheiden können, wen man wählen kann. Das ist prinzipiell nett und richtig. Aber dieses im übrigen so äußerst seltene bischöfliche Plädoyer fürs eigene Nachdenken und Verantwortung gilt nur in halbwegs normalen demokratischen Zeiten, wo halbwegs normale demokratische Parteien einander gegenüberstehen. Jetzt aber ist größte Not, weil Le Pen und der FN tatsächlich auf dem Sprung in die höchste Macht sind. Über diese Ignoranz der Bischofskonferenz sind etliche demokratische Katholiken empört. Sie ärgert, dass von den Bischöfen noch nicht einmal die Namen der beiden Kandidaten genannt werden. Ist das etwa vornehme Diskretion, diplomatische Verschlagenheit oder Dummheit? Wahrscheinlich gelten alle drei Haltungen. Die Bischöfe sind die einzigen, die sich mutlos zeigen, der oberste Rat der Protestanten, der Großrabbiner von Frankreich und die „nationale Föderation der Muslime in Frankreich“ empfehlen direkt und namentlich Macron zu wählen. Während die Bischofskonferenz offenbar Rücksicht auf die treuen reaktionären Katholiken nimmt, die offen für Le Pen eintreten, wie die allseits bekannte Erz-Katholikin und Pro-Life-Kämpferin und „homophobistischste“ Christine Boutin, sie predigt jetzt „die revolutionäre Stimmabgabe für Marine Le Pen“. Auch die reaktionären Kreise, die die Massen-Demonstrationen gegen die Homo-Ehe organisier(t)en, wie „Sens commun“, plädieren für Le Pen. Die „Christlich demokratische Partei“ des Monsieur Frédéric Poisson unterstützt le Pen. Es gibt also wieder ein starkes reaktionäres, nationalistisches Milieu im französischen Katholizismus, bis hin zu einzelnen rechtsextrem engagierten Bischöfen, wie die Bischöf Rey, Cattenoz oder Aillet…

Die französische Kirche ist de facto gespalten. Pluralismus ist ja für katholische Verhältnisse etwas Wunderbares. Wenn er nur vernünftig gestaltet wird, wenn also die ängstliche Bischofskonferenz nicht die einzig maßgebliche Stimme in dieser Pluralität ist. Man sieht einmal mehr: Die streng hierarchische, ausschließlich vom Klerus bestimmte katholische Kirche ist ein Hindernis für die Demokratie. Sie ist ein „Unding“, um es mal krass zu sagen. Auch deswegen laufen ja die intelligenteren Leute in Scharen aus dieser Kirche. In Frankreich sind noch 4 % praktizierende Katholiken, vor 30 Jahren waren 26 %… bald macht man in den meisten Kirchen dort das Licht aus. Nicht weil die Katholiken Atheisten geworden sind, von wegen! Es sind Leute, die diese Klerusmacht nicht mehr ertragen. Das muss man im Reformationsgedenken 2017 immer wieder sagen. Damit keine falschen Illusionen oder euphorische Stimmungen aufkommen gegenüber dem so lernbereiten Katholizismus….

Und warum plädieren die Bischöfe nicht explizit für Macron? Weil er die heiligsten Gebote dieser Kirche nicht respektiert, das ist nicht etwa der Glaube an Gott. Oberste Gebote sind: Anti-Homo-Ehe und absolutester Schutz des ungeborenen Lebens. Und diese Dogmen findet Macron nicht so dringend in dieser Welt mit ihren Problemen. Deswegen lehnen ihn die Bischöfe ab. Die Bischöfe in Spanien, Italien, in Lateinamerika denken genauso. Und in Deutschland? Vielleicht auch…

Copyright: Christian Modehn

Der grundlegende Artikel aus der katholischen (!) Tageszeitung La Croix (3.5.2017) zum Schweigen der Bischofskonferenz (!) gegenüber Marine Le Pen und dem FN: http://www.la-croix.com/Religion/Catholicisme/France/Dans-lentre-deux-tours-eveques-sous-pression-2017-05-03-1200844338

Zu Henri Tincq: http://www.slate.fr/story/144646/aujourdhui-jai-honte-detre-catholique

Zu Christian Delahaye: http://www.cathobel.be/2017/04/27/france-theologien-christian-delahaye-fustige-certains-eveques/